PwC: Zinsniveau bedroht Kapitalerhalt deutscher Stiftungen
Das Niedrigzinsniveau setzt den deutschen Stiftungen zunehmend zu, stellt eine PwC-Studie zur anhaltenden Niedrigzinsphase fest. Nur noch jede fünfte Stiftung war über die letzten drei Jahre in der Lage, eine Rendite von mindestens 5 % zu erzielen. Während der Finanzkrise konnten die Gesellschaften zwar zumeist dank konservativer Anlagestrategie ihr nominales Stiftungskapital bewahren, doch nur ein Viertel der Befragten geht davon aus, dass längerfristig auch der reale Kapitalerhalt möglich sein wird. Mit rückläufigen Einnahmen rechnen 95 % der Stiftungen, was sich in sinkenden Fördermöglichkeiten niederschlagen wird (82 %). Seit 2009 hat sich die Einschätzung zur Finanzlage der Stiftungen spürbar eingetrübt; die meisten betonen die Risiken der Niedrigzinsen. Entsprechend glauben drei Viertel, dass das Engagement in Sachwerte steigen wird. Insgesamt hat sich in den letzten Jahren ein Trend zur Professionalisierung des Asset Managements gezeigt.
Quelle: PwC
Dennoch bestehen bei rund 25 % der Stiftungen keine konkreten Vorgaben zur erlaubten Risikoübernahme. Auch weitergehende Kriterien der Anlagepolitik sind oft schwammig formuliert, so dass ein gewisser Freiraum zur Optimierung der Portfolios besteht. Aktuell machen Festverzinsliche 35 % der Stiftungsportfolios aus. Darauf folgen Liquidität/Termingelder mit 26 % und Immobilien sowie Immobilienfonds mit 21 %. Aktien und andere Asset-Klassen werden nicht in breiter Masse eingesetzt. Dabei unterscheidet sich die Politik der Stiftungen jedoch in Abhängigkeit von ihrer Größe. Während kleine Gesellschaften nahezu vollständig auf Aktien verzichten, setzen die größeren Stiftungen durchaus auf diese Anlageform. 
Quelle: PwC
Die hohe Sicherheitsorientierung der deutschen Stiftungen zeigt sich auch innerhalb des Fixed-Income-Engagements. Größter Einzelposten hier sind mündelsichere Papiere, Staats- und Unternehmensanleihen machen jeweils etwa ein Viertel des Anleihenportfolios aus. Bonds in Fremdwährung dagegen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Für die Studie wurden 208 der vermögensstärksten deutschen Stiftungen befragt.
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