Private-Equity-Investoren tragen zur Wertschöpfung bei
Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young untersucht in einer aktuellen Studie die Entwicklung von Private-Equity-Investments. Die Studie basiert auf einer Analyse von 112 Transaktionen, die im Jahr 2006 in den USA und Westeuropa stattfanden und kommt zu folgenden Ergebnissen:
- PE-Investoren, die sich im vergangenen Jahr von ihren europäischen Portfoliounternehmen getrennt haben, erzielten bei ihren Investitionen im Verlauf des gesamten Investitionszeitraums im Durchschnitt eine Wertsteigerung von 81 Prozent. In Europa trennten sich die PE-Gesellschaften im Durchschnitt nach 3,5 Jahren von ihren Investitionen. In diesem Zeitraum gelang es den Investoren, den Unternehmenswert durchschnittlich um 81 Prozent zu steigern, das entspricht einem jährlichen Wertzuwachs von 23 Prozent. In den USA war der Wertzuwachs sogar noch größer: Dort erhöhte sich der Wert der Zielunternehmen innerhalb von drei Jahren (durchschnittliche Besitzdauer) um 83 Prozent, was einem jährlichen Wertzuwachs von 33 Prozent entspricht. Als besonders profitabel erwiesen sich, mit einem Wertzuwachs von jährlich 72 Prozent, Investitionen in Unternehmen aus der Energiebranche, gefolgt von Finanzdienstleistern (plus 59 Prozent).
- Das jährliche Wachstum des Unternehmenswerts von Unternehmen, die in PE-Besitz waren, übertraf das Wachstum vergleichbarer börsennotierter Unternehmen deutlich: In Europa lag die jährliche Wachstumsrate für PE-Portfoliounternehmen bei 23 Prozent, während die Wachstumsrate entsprechender börsennotierter Unternehmen bei 15 Prozent lag. In den USA war der Unterschied mit 33 Prozent (PE-Portfoliounternehmen) zu 11 Prozent (börsennotierte Unternehmen) noch größer. Ein Grund für den erheblichen Wertzuwachs der Unternehmen in PE-Besitz liegt darin, dass sie ein höheres Gewinnwachstum verzeichnen konnten als vergleichbare börsennotierte Unternehmen.
- In 80 Prozent der Transaktionen in den USA und in 60 Prozent der Transaktionen in Europa waren die Beschäftigungszahlen zum Zeitpunkt des Ausstiegs des Investors auf demselben oder einem höheren Niveau als zum Zeitpunkt des Erwerbs. Durchschnittlich verzeichneten die europäischen Unternehmen, die in PE-Besitz waren, sogar einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen um durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr.
- Die PE-Investoren nahmen in den Zielunternehmen zumeist deutliche Veränderungen vor, die z. B. die Business-Pläne, Anreizinstrumente, aber auch die Geschäftsleitung betrafen. Bei 68 Prozent der untersuchten europäischen Unternehmen wurden in der Unternehmensleitung Veränderungen vorgenommen, in den USA bei 74 Prozent. Der CEO wurde in 45 Prozent der Fälle in Europa und in 61 Prozent der Fälle in den USA ausgewechselt.
Nach Angaben von Ernst & Young bekomme auch die Private Equity-Branche die aktuellen Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten zu spüren. Es zeichne sich ab, dass das Private Equity-Geschäft in rauheres Fahrwasser geraten wird. Zusätzlich werde die Zinsschranke, also die Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalaufwand, ab kommendem Jahr die Schwierigkeiten bei der Finanzierung neuer Private Equity-Transaktionen noch verschärfen. Bei bestehenden Beteiligungen werde eine der zentralen Herausforderungen darin liegen, alternative Exitkanäle neben dem Weiterverkauf an Private Equity- oder strategische Investoren zu entwickeln.
Die Studie zeige aber, dass Unternehmen in Private Equity-Besitz einen realen Wertzuwachs durch nachhaltige Leistungsverbesserung und Wachstum verzeichneten. Dies werde auch weiterhin von Nutzen sein, sowohl für die Anleger von Private Equity-Gesellschaften als auch für die Unternehmen, die in Private-Equity-Besitz sind.