PRI spricht sich für Langfristigkeit im Finanzmarkt aus
Im aktuellen Quartalsreport befasst sich das PRI Academic Network mit den Strukturen im Finanzmarkt und regt zu einem grundlegenden Umdenken an. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass viele Strukturen und Produkte nur auf den kurzfristigen Erfolg ausgelegt waren. Viele dieser Makel wurden in den letzten Jahren jedoch nur kosmetisch beseitigt. Die Initiative spricht sich daher für langfristiges Denken aus. Einen ersten Schritt sieht die PRI im Bereich der Forschung. Bisher existieren nur wenige Studien, die Langfristigkeit im Finanzmarkt untersuchen, etwa wie lange ein institutioneller Investor eine bestimmte Aktie im Portfolio halten sollte und wie dieser Zeitraum überhaupt "richtig" gemessen werden kann. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sind die Länge des Anlagehorizonts und die Wechselwirkungen auf die Performance jedoch von zentraler Bedeutung.
Mark Wiseman, CEO des Canada Pension Plan Investment Board, und Dominic Barton von McKinsey beschreiben in ihrem Beitrag, welche positiven Auswirkungen sich für die Gesellschaft ergeben können, wenn institutionelle Großinvestoren mit langem Anlagehorizont investieren und sich nicht als bloßer Investor sondern als Eigentümer verstehen. Zahlreiche Studien belegen, dass für langfristige Wohlfahrtsgewinne vor allem eine gute Governance ausschlaggebend ist. Hier können Langfristinvestoren eine entscheidende Rolle einnehmen und Verantwortung übernehmen. Großanleger müssen ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und ihre internen Strukturen auf Langfristigkeit ausrichten und kurzfristigen Erfolgsdruck reduzieren, fordern die beiden Autoren.
Quelle: Harvard Business Review
Weiterhin appellieren sie daran, langfristige Investmentziele vorzugeben und gleichzeitig eine größere Risikotoleranz zu verankern, die kurzfristige Verluste aussitzen lässt, sofern der langfristige Ausblick positiv bleibt. Ein Umdenken ist ebenfalls im Berichtswesen notwendig, das gerade im angloamerikanischen Raum stark auf den kurzfristigen Buchwert ausgerichtet ist und stärker den langfristigen Erfolg berücksichtigen sollte, schreiben die Autoren.
Darüber hinaus enthält der Quartalsreport Beiträge zum Zusammenhang von Aktienpreisentwicklung und institutioneller Haltedauer, zum Thema Korruption und Bestechung in Unternehmen und zu den ökologischen und sozialen Folgen des Klimawandels.