President's Working Group gegen stärkere Regulierung von Hedgefonds
Die USA sehen keinen Bedarf für eine schärfere Regulierung von Hedge-Fonds. Diese Kernaussage trifft das Ende Februar veröffentlichte Thesenpapier der President?s Working Group. Dem hochrangig besetzten Ausschuss unter Vorsitz von Finanzminister Hank Paulson gehören auch Notenbankchef Ben Bernanke sowie der Leiter der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission, Christopher Cox. In dem Papier heißt es u.a. "In unserer freien Marktwirtschaft wird Risiko durch die Marktkräfte diszipliniert, staatliche Eingriffe sollten die Ausnahme bleiben". Allerdings mahnt das Gremium Marktteilnehmer wie etwa die Banken zu erhöhter Wachsamkeit.
Das Thesenpapier schlägt zudem eine Reihe von Leitlinien vor, die für mehr Transparenz sorgen sollen. Die Gruppe war 1988 unter Präsident Ronald Reagan ins Leben gerufen worden und hatte im Auftrag des Weißen Hauses das Risiko der Finanzmärkte durch Hedgefonds untersucht. Der Bericht war mit Spannung erwartet worden, da die Arbeitsgruppe als maßgeblich für die Position Washingtons zum Thema Hedgefonds gilt. Im Ergebnis wird geäußert, dass mehr Informationen über die Tätigkeit von Hedgefonds nötig seien, sodass sich die Marktteilnehmer genau und zeitnah zu einer Einschätzung der Lage kommen könnten, auf dem sie ihre Investitionsentscheidungen gründen. "Diese Leitlinien zeigen, dass die US-Aufsichtsbehörden und Gesetzgeber eine einheitliche Sichtweise haben und sich verpflichten, den Marktteilnehmern Hilfestellung zu mehr Wachsamkeit und Marktdisziplin zu bieten", sagte Paulson
Auf Initiative der deutschen Präsidentschaft hatten die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrienationen (G7) auf ihrem jüngsten Treffen in Essen dazu ein erstes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Unter anderem soll das Forum für Finanzstabilität - ein Zusammenschluss von Notenbankern, Aufsichtsbehörden und Finanzministeriumsvertretern - mögliche Risiken durch die Fonds untersuchen und einen Abschlussbericht vorlegen. Zudem sollen die Regierungen in einen Dialog mit der Branche treten.
Die G7-Runde wird sich auf ihrem nächsten Treffen im Mai in Potsdam erneut mit dem Thema beschäftigen. Noch unklar ist, ob beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Heiligendamm eine gemeinsame Sprachregelung zu Hedge-Fonds gefunden werden wird.