31.10.2016 | Research

Positives Alpha durch CO2-effiziente Unternehmen

Die Integration von Unternehmen mit einer geringen CO2e-Emission generiert ein positives Alpha und senkt das Risiko zukünftiger Klimakosten. Zu diesem Ergebnis kommen Prof. Dr. Alexander Bassen, Prof. Dr. Timo Busch, Stefan Lewandowski und Franziska Sump der Universität Hamburg in einer von Union Investment beauftragten Studie. Ziel der Studie ist, den Zusammenhang zwischen CO2e- Intensität und Portfolioperformance sowie zwischen CO2e-Intensität und Profitabilität zu analysieren. Für die Untersuchung werden die direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 1 und 2) CO2e-Emissionen der Unternehmen berücksichtigt. Indirekten CO2e-Emissionen umfassen alle Emissionen aus der Wertschöpfungskette und ausgelagerten Aktivitäten sowie aus dem zugekauften und verbrauchten Strom, Wärme und Dampf.

Die Autoren kommen bei der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen CO2e-Intensität und Kapitalmarktperformance zu dem Ergebnis, dass Unternehmen mit niedrigen CO2e-Emissionen ein positives Alpha erzielen können. Außerdem ist das Markt-Buchwert-Verhältnis bei den Unternehmen mit den niedrigsten Emissionen deutlich höher. Diesen Unterschied erklären die Autoren damit, dass die Potenziale und Opportunitäten emissionsarmer Unternehmen von den Investoren bereits genutzt und im Portfolio umgesetzt werden. Allerdings kann nicht davon ausgegangen werden, dass emissionsarme Unternehmen eine geringere Volatilität als der Gesamtmarkt aufweisen. Ebenso lässt sich im Vergleich mit dem Total Return Index kein Zusammenhang zwischen CO2e-Intensität und Profitabilität schließen.


Quelle: Bassen, Busch, Lewandowski, Sump

Die Autoren haben diesen Zusammenhang mittels Profitabilitätskennziffern genauer untersucht. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Performance in der Vergangenheit bei Unternehmen mit höheren Emissionen besser war. Die Autoren heben hier hervor, dass die Outperformance allerdings auf die Preissenkung fossiler Brennstoffe zurückzuführen ist. Klimaregulierungen hatten bisher noch keinen wirkungsvollen Einfluss auf die Preismechanismen. Daher haben die Autoren auf der Grundlage der Klimakosten, die durch das Umweltbundesamt festgelegt wurden, eine Risikoabschätzung für den Strom-, Rohstoff- und Automobilsektor durchgeführt. Werden die Klimakosten internalisiert, ist ein Großteil der untersuchten Unternehmen nicht mehr profitabel.


Quelle: Bassen, Busch, Lewandowski, Sump

Die Autoren ziehen das Fazit, dass die Bedeutung von CO2e-Emissionen bei Investoren bereits zugenommen hat und sich in Zukunft weiter verstärken wird. Eine Internalisierung der Klimakosten hätte weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit vieler Unternehmen.

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