Pfandbrief-Investoren befürchten Verdrängung durch EZB-Kaufprogramm
Investoren in europäische Covered Bonds und Pfandbriefe sehen eine abnehmende Sekundärmarktliquidität als größte Herausforderung für die kommenden Monate, wie eine Umfrage von Fitch Ratings zeigt. Über 50 % der Befragten geben dies als größtes Risiko an. Infolgedessen planen 58 %, auch aufgrund der zunehmenden Kaufaktivitäten der Europäischen Zentralbank in den Covered-Bond-Märkten im Rahmen des Quantative Easing-Programms, in andere Anleihenmarktsegmente zu substituieren. 37 % geben an, stattdessen in Pfandbriefe investieren zu wollen, die nicht Teil des Covered-Bond-Programms der EZB sind. Insgesamt geht jeder vierte Investor davon aus, seine Pfandbriefinvestments in den kommenden zwölf Monaten zu reduzieren.
Quelle: Fitch Ratings
Dennoch ist der Großteil der Investoren positiv eingestellt. 43 % erwarten einen leichten Anstieg ihrer Covered-Bond-Holdings. Besonders im Fokus stehen dabei die Märkte in Großbritannien, Belgien und den Niederlanden. Wichtiges Thema bleibt die Harmonisierung der nationalen Rechtsrahmen auf europäischer Ebene. Dabei bevorzugen Investoren insbesondere einheitliche Regelungen zum deckungsfähigen Vermögen, der Kreditqualität des Emittenten und dem physischem Standort der Deckungsmasse. Im Fokus einer europaweit einheitlichen Regulierung sollten daher Mindestvorgaben für Überdeckung (Overcollateralization), den Bewertungsverfahren und zulässigen Vermögensgegenständen stehen, so das Ergebnis der Investorenbefragung.
Quelle: Fitch Ratings
Bezüglich der Ratinganforderungen geben 19 % der Umfrageteilnehmer an, ausschließlich in AAA investieren zu dürfen. Weitere 31 % sind an ein Mindestrating von BBB gebunden. Für knapp die Hälfte der Befragten ist das Bondrating von größerer Bedeutung als das Emittentenrating.