01.10.2018 | Research

Performance von Carry-Strategien bei G10-Währungen

Megan Czasonis, Baykan Pamir und David Turkington haben im Researchpaper „Carry On“ vom Mai 2018 die Determinanten der Carry-Strategie untersucht. Hierzu analysieren die Autoren 45 Währungspaare der G10-Staaten. Langfristig ist Carry durch positive Erträge und gelegentliche hohe Verluste gekennzeichnet. Die Veränderung der Zinsdifferenzen alleine ist nicht imstande, die Bedingungen zu identifizieren, unter denen Carry diese Eigenschaften aufweist. Vor diesem Hintergrund fokussieren sich die Autoren auf drei Variablen: Bewertung, Volatilität und Crowding. Basierend auf der Veränderung relativer Preise in den verschiedenen Währungen zeigen die Autoren, dass die Carry-Strategie vor allem in den Phasen eine positive Performance erzielte, in denen das Währungsportfolio unterbewertet war. In der Phase nach der Finanzkrise findet sich das gegenteilige Bild: Während die Carry-Währungen mehrheitlich überbewertet waren, war auch die Carry-Rendite schwach.


Quelle: Czasonis, Pamir, Turkington, 2018

Weiterhin wird der Einfluss von Investor Crowding evaluiert. Es zeigt sich ein klares Muster von Boom-Bust-Zyklen: Günstige Bewertung geht einher mit positiver Performance, was zu Crowding und schließlich einem Crash führt. Zuletzt wird die Carry Performance in Abhängigkeit der Volatilität der Währungen untersucht. Vor der Finanzkrise 2008 konnte Carry sowohl in Währungspaaren mit hoher als auch niedriger Volatilität eine positive Performance erzielen. Nach der Finanzkrise ist die Performance nur noch bei hochvolatilen Währungen positiv. Wird ein Filter zur Antizipation von Carry-Verlusten implementiert, steigt die risikoadjustierte Performance in Währungen mit niedrigerer Volatilität zwar an, die Autoren betonen jedoch, dass Hoch-Volatilitäts-Carry trotzdem eine zuverlässigere Performance erbringt.


Quelle: Czasonis, Pamir, Turkington, 2018


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