Performance Chasing langfristig schädlich für Pensionsfonds
Im Gegensatz zu kurzfristigen Trendfolgeansätzen, die üblicherweise Zeiträume von 3 bis 12 Monaten abdecken, versuchen Pensionsfonds häufig, diese Strategie über längerfristige Perioden von 3 bis 5 Jahren zu verfolgen (Performance Chasing). Eine Forschungsarbeit von Andrew Ang von der Columbia Business School, Amit Goyal von der Université de Lausanne und Antti Ilmanen von AQR Capital zeigt, dass über längerfristige Zeiträume Assets jedoch nicht zur Trendfolge, sondern eher zur Mean Reversion neigen, was die Performance der Pensionsfonds entsprechend reduziert.
Basierend auf einem Datensample für den Zeitraum 1990 bis 2011, das sich auf 573 US-Pensionsfonds fokussiert, untersuchen die Autoren, ob die Fonds ihre Assets in Abhängigkeit vergangener Wertentwicklungen allokieren und welche Form die Momentum- und Trendumkehrmuster in den Finanzmärkten annehmen. Ökonometrisch ergibt sich ein positiver Zusammenhang zwischen aktuellen bzw. vergangenen Renditen und der Asset-Gewichtung im Aggregat. Dies bedeutet, dass Pensionsfonds die Assets in ihrer strategischen Allokation erhöhen, die in der Vergangenheit eine gute Performance erwirtschaftet haben. Dabei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass die Effekte bei einzelnen Asset-Klassen nur sehr gering sind und die statistische Signifikanz sehr schwach ausgeprägt ist.
Quelle: Ang, Goyal, Ilmanen (2014)
Langfristig verzeichnen verschiedene Asset-Klassen, darunter Aktien, Staatsanleihen und Rohstoffe, über 1-Jahreszeiträume positive Autokorrelationen der Renditen, wobei dieser Effekt insignifikant ist. Schon ab Zeiträumen von zwei Jahren besteht jedoch kein positiver Zusammenhang mehr. Dennoch legen die Ergebnisse nahe, dass Pensionsfonds diesen Wechsel von Momentum zu Mean Reversion nicht antizipieren: Zwar profitieren sie im kurzfristig von einer erhöhten Allokation in einer im Vorjahr soliden Asset-Klasse, doch über längere Zeiträume wirkt sich dieser Return-Chasing-Ansatz negativ auf die Rendite aus.