01.02.2022 | Research

Performance-Analyse des norwegischen Pensionsfonds

In einem umfangreichen Researchpaper untersuchen Rob Bauer von der Maastricht University School of Business and Economics, Charlotte Christiansen von der Aarhus University und Trond Døskeland von der NHH Norwegian School of Economics den aktiven Management-Ansatz der Norges Bank bei der Verwaltung des norwegischen Pensionsfonds. Seit dem Jahr 1998 lag die annualisierte Rendite des Gesamtportfolios bei rund 7 % p.a., was einer leichten Überrendite von 0,2 Prozentpunkten im Jahr gegenüber der Benchmark entspricht. Diese Überrendite ist allerdings nicht statistisch signifikant.


Quelle: Bauer, Christiansen, Døskeland, 2022

Anders sieht dies aus, wenn die Asset-Klassen separat betrachtet werden. Das Aktienportfolio erzielte eine aktive Netto-Rendite von 0,36 % im Jahr, die auch schwach signifikant war. Aufgeteilt nach Substrategien konnte insbesondere Security Selection einen positiven Beitrag leisten, wobei dies im Wesentlichen auf externe Manager zurückzuführen war. Auch Enhanced Indexing lieferte einen kleinen, aber signifikant positiven Beitrag. Enhanced Indexing umfasst die Ausnutzung von Marktpreisunterschieden bei Titeln mit ähnlichen Charakteristika durch diversifizierte globale Exposures sowie Security Lending. Allokationsstrategien (u.a. Faktoransätze) lieferten keine positiven aktiven Renditen. Im Anleihenbereich waren die Ergebnisse insgesamt insignifikant, wobei lediglich Enhanced Indexing, wie bei Aktien, eine zwar kleine, aber signifikant positive Überrendite erzielte. Eine risikoadjustierte statt absolute Analyse der Performance der Einzelstrategien lieferte keine wesentlich abweichenden Ergebnisse.


Quelle: Bauer, Christiansen, Døskeland, 2022

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass der Fonds als ein (Enhanced) Indexfonds angesehen werden kann, der allerdings sehr komplex ist, was die Analyse auf Ebene einzelner Strategien erschwert. Die Autoren warnen, dass die derzeitige Benchmark zu Interessenskonflikten führen kann. Dabei können die Ziele, ein möglichst hohes Alpha zu erwirtschaften, und Diversifikationsaspekte im Widerspruch zueinander stehen. Eine künftige Entscheidung, das Portfolio auf Net-Zero-Emissionen auszurichten, könnte zu weiteren Interessenskonflikten führen.
 

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