Pensionsfonds entdecken Infrastruktur in Schwellenländern
Im Lichte internationaler Sparpolitik und schärferer Regulierung des Bankensektors untersucht eine im Oktober 2012 erschienene Studie der OECD die Finanzierung von Infrastruktur in Schwellen- und Entwicklungsländern. Öffentliche Kredite stehen als klassische Finanzierungsquelle nicht mehr automatisch zur Verfügung. Institutionelle Investoren und Pensionsfonds könnten diese Lücke schließen. Die beiden Autoren Fiona Stewart und Juan Yermo haben dazu Pensionsfonds aus Afrika, Asien und Lateinamerika befragt. Rund 1,3 % ihres verwalteten Vermögens fließt demnach in die jeweils heimische Infrastruktur, insgesamt knapp 15 Mrd. US-Dollar. Doch gerade ausländische Fonds haben das Potenzial eine bedeutende Quelle zum Auf- und Ausbau von Infrastruktur zu werden.
Quelle: OECD
Allerdings zeigt die Studie, dass viele Fonds das Segment Infrastruktur als Asset-Klasse gerade erst entdecken und zunächst nur auf ihren heimischen Märkten in Europa oder den USA investieren. Chile konnte als einziges Schwellenland nennenswerte ausländische Investitionen anziehen. Aber auch hier sind ausländische Institutionelle ein noch junges Phänomen. Es obliegt zunächst in erster Linie der jeweiligen politischen Führung Kanäle für ausländische Investoren zu öffnen und Vertrauen für ein langfristiges Engagement zu schaffen. Gleichwohl dürfen Pensionsfonds auf der Suche nach Rendite vor dem Hintergrund niedriger Zinsen in den klassischen Marktsegmenten nicht die Bedürfnisse ihrer heimischen Empfängerschaft außer Acht lassen, appellieren die Autoren.