Partnerschaftliches Verhältnis von Hedgefonds und Investoren
Im Zuge der zunehmenden Institutionalisierung der Hedgefondsbranche kann beobachtet werden, dass viele Anbieter davon Abstand nehmen, ein statisches Produkt zu verkaufen, sondern stattdessen mit ihren Kunden engere Partnerschaften eingehen und Produkte auf deren Bedürfnisse maßschneidern. Barclays hat in einer Umfrage unter 51 Investoren und Managern unter Zuhilfenahme der Hedge Fund Industry Database untersucht, warum und wie diese Partnerschaften gestaltet werden.
Gründe für die engere Zusammenarbeit auf Investorenseite sind demnach der Zugang zur Expertise der Anbieter, maßgeschneiderte Anlageprodukte, ein besseres Verständnis für ihre Geschäftspartner und ein besseres Preis-Leistungsverhältnis bei den investierten Produkten. Auf Seiten der Anbieter geht die Partnerschaft mit stärkerer Kundenbindung, Unterstützung bei der Produktentwicklung, Cross-Selling-Möglichkeiten, Wissensaustausch und Empfehlungsgeschäft einher.
Quelle: Barclays
Die Investorengruppen schätzen dabei unterschiedliche Vorteile besonders stark. Während Family Offices und Pensions- sowie Stiftungsfonds vor allem den Wissensaustausch als wichtigsten Grund der Zusammenarbeit angeben, stellen Dachhedgefonds und Anlageberater die bedürfnisgerechte Produktausgestaltung in den Vordergrund. Relevante Merkmale, die Hedgefondsanbieter für eine Partnerschaft in Frage kommen lassen, sind Leistungsfähigkeit, d.h. vor allem große Anbieter und solche, die verschiedenste Investmentstrategien anbieten, und Faktoren wie Lösungsorientiertheit, Transparenz und Engagement. Bezüglich der Gebührenstruktur sind sowohl Dachhedgefonds als auch Anlageberater relativ sensitiv, während andere Investoren dies weniger in den Mittelpunkt der Partnerschaftsverhandlungen stellen.
Quelle: Barclays
Für Hedgefondsanbieter stellen gerade Pensions- und Staatsfonds mit ihrem großen Anlagevermögen ideale Partner dar. Auch Dachhedgefonds oder Versicherungsunternehmen können geeignet sein, wobei erstere nicht unbedingt auf das Know-How der Manager angewiesen sind und letztere starken regulatorischen Beschränkungen unterliegen. Family Offices und Privatbanken dagegen sind weniger für Partnerschaften geeignet. Eine Reihe von Gründen kann Hedgefonds auch davon abbringen, Partnerschaften einzugehen, etwa der Verzicht auf die Bevorzugung einzelner Investoren, begrenzte Kapazitäten, eine reine Performance-Fokussierung oder fehlende Möglichkeiten, die Transparenzkriterien der Anleger zu erfüllen.