23.07.2014 | Research

Arbitrage sorgt für schnelle Korrektur von Fehlbepreisungen bei Aktien-ETFs

Unter Verwendung eines Modells, in dem Arbitrage als Determinante von Preisentwicklungen und Liquidität angesehen wird, analysieren die Blackrock-Mitarbeiter Ananth Madhavan und Aleksander Sobczyk die Preiseffizienz, Dynamik von Preisauf- und -abschlägen sowie andere Faktoren bei ETFs. Hierzu stützen sich die Autoren auf ein Sample von 947 US-amerikanischen ETFs im Zeitraum 2005 - 2014. Zunächst wird untersucht, wie schnell Fehlbepreisungen (Staleness) korrigiert werden und wie effizient der Arbitragemechanismus funktioniert.


Quelle: Madhavan, Sobczyk (2014)

Die höchste Preiseffizienz weisen heimische Aktien-ETFs auf, die geringste internationale Bond-ETFs. So werden Fehlbepreisungen heimischer Aktien-ETFs mit einer Halbwertszeit von 0,43 Tagen durch Arbitrageure korrigiert, während dies bei internationalen Bond ETFs 6,56 Tage in Anspruch nimmt. Darüber hinaus zeigt sich, dass gemessen an den Assets under Management kleinere ETFs tendenziell durch eine ineffizientere Preisfindung gekennzeichnet sind als größere, so dass vorübergehende Schocks stärkere Auswirkungen nach sich ziehen.


Quelle: Madhavan, Sobczyk (2014)

Den Vorwurf, dass die Tradingaktivitäten von ETFs direkt die Preise der unterliegenden Wertpapiere beeinflussen und damit Schocks verstärken, kontern die Autoren mit einer alternativen Hypothese, nach der ETFs die Preisfindung des Marktes verbessern, so dass neue Fundamentalfaktoren schneller eingepreist werden. Vorteil der börsennotierten Fonds ist darüber hinaus, dass zu signifikant niedrigeren Transaktionskoten ein gewünschtes Exposure aufgebaut werden kann - dies betrifft insbesondere weniger liquide Assets wie beispielsweise High Yield Bonds. Grund hierfür sind vor allem asymmetrisch verteilte Informationen zwischen Marktteilnehmern und Market Makers.

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