Partners Group sieht Investitionsmöglichkeiten im Infrastruktursegment
In einer aktuellen Studie untersucht die Partners Group, ein Schweizer Alternative Asset Manager, die Portfolioeigenschaften von Listed und Private Infrastructure Investments. Durch den Bezug zu Real Assets als Underlying sowie die Möglichkeit Verträge an die Inflation zu koppeln, stellen Infrastruktur-Investments eine Möglichkeit dar, ein Portfolio vor negativen Einflüssen der Inflation zu sichern. Zudem seien durch die langfristige, vertragliche Vereinbarung von Zahlungsströmen sichergestellt, dass Investoren regelmäßig mit Ausschüttungen rechnen können. Daher seien Infrastruktur-Investments als defensiver Portfoliobestandteil geeignet und auch in der Lage in Rezessionsphasen eine Outperformance zu liefern.
Anlageklassen in unterschiedlichen Konjunkturstadien
Quelle: Partners Group
Dies gilt sowohl für Listed als auch für Private Infrastructure. Beispielsweise hat der Dow Jones Brookfield Global Infrastructure Index seit Oktober 2008 eine Outperformance von 6% gegenüber weltweiten Aktien erzielen können. Private Infrastructure zeichne sich darüber hinaus auch durch geringe Korrelationen zu traditionellen Anlagen aus. Listed Private Equity verfüge derzeit über attraktive Bewertungen, sodass die Autoren hier mit einer positiven Performance rechnen. Die Bewertung von Private Infrastructure Funds seien zwar relativ stabil geblieben, neue Transaktionen wurden allerdings zu ähnlichen Bedingungen abgeschlossen, wie dies für gelistete Unternehmen zu verzeichnen sei. Daher sehen die Autoren hier keine Überbewertung. Ebenfalls sei der Anleihenmarkt in diesem Segment sehr attraktiv bepreist. Junior-Tranchen einiger britischer Versorger seien mit einem Abschlag von 30% und mehr auf den Nominalwert zu haben.
Bid-Preise: Junior Infrastructure Debt
Quelle: Partners Group, RBS
Infrastruktureinrichtungen liefern die Grundversorgung der Bevölkerung und sind für das Funktionieren einer Volkswirtschaft unverzichtbar. Daher ist die Nachfrage über den Konjunkturzyklus relativ konstant. Weiterhin ist die Branche durch hohe Eintrittsbarrieren gekennzeichnet, sodass für etablierte Marktteilnehmer monopolartige Marktstellungen entstehen können. Dennoch müsse auf eine breite Streuung der Sektoren geachtet werden, da je nach konjunktureller Lage unterschiedliche Infrastrukturprojekte (z. B. Ausbau von Flughäfen oder sozialer Einrichtungen) vorangetrieben werden. Allerdings gehen die Autoren davon aus, dass Unternehmen mit hohem Leverage im Zuge der globalen Krise leiden werden und vom Markt verschwinden. Auch sei die Finanzierung von Projekten wesentlich schwieriger und nur zu höheren Refinanzierungskosten möglich. Für Senior Debt müsse mit einem durchschnittlichen Aufschlag von 300 BP auf den LIBOR gerechnet werden. Dennoch sei die Ausgangslage gut, da viele Staaten bereit seien Garantien im Rahmen von Public Private Partnerships zu geben.