Partners Group sieht Chancen im europäischen Real-Estate-Debt-Markt
Der Schweizer Vermögensverwalter Partners Group hat in einer Anfang März erschienenen Marktanalyse die Möglichkeiten für Investoren im europäischen Markt für Immobilienfinanzierungen untersucht. Angesichts der Nachfrage nach Assets mit planbaren Erträgen ist die Rendite von Core-Investments seit 2010 unter Druck geraten, so dass sie sich nahe dem Vorkrisenniveau von 2007 befindet. Auf lange Sicht rechnet die Partners Group mit Renditen im Bereich des langfristigen Durchschnitts von 6-8 %. Bislang machten Banken rund 94 % des Finanzierungsvolumens von Real-Estate-Transaktionen in Europa aus. Diese ziehen sich jedoch wegen strengerer Kapitalvorschriften zunehmend aus dem Markt zurück. Insgesamt wird der Rückzug der Banken zu einer Finanzierungslücke von 163 Mrd. US-Dollar führen.
Quelle: Partners Group
Als Folge haben institutionelle Investoren wie Versicherungen und Pensionsfonds dieses Segment für sich entdeckt, wobei ihr Engagement durch die Solvency II-Vorschriften limitiert sein wird. Zwar wird damit gerechnet, dass sich das Finanzierungsumfeld verbessert, wenn die Zuflüsse in den Sektor steigen, doch bislang fokussieren sich Investoren stark auf Prime-Objekte, hauptsächlich Büro-, Einzelhandel- und Industrieflächen. Entsprechend sind die Renditen hier zurückgegangen, Beleihungsgrenzen gesunken und Kreditklauseln werden enger gefasst. Vor dem Hintergrund der hohen Anfälligkeit der Renditen bei Kreditfinanzierungen von Prime-Objekten gegenüber Zinsveränderungen können Investments in Secondary-Anlagen, die diesbezüglich weniger anfällig sind, sinnvoll sein. Gleiches gilt bei mezzaninen Finanzierungen. Private Investoren werden nach Ansicht der Studie insgesamt in der Lage sein, die Finanzierungslücke, die durch den Rückzug vieler Banken entsteht, zu füllen. Vor allem über vorrangige Darlehen mit variabler Verzinsung und mezzanine Finanzierungen von Secondary-Objekten sind Core-Renditen erreichbar.