14.06.2017 | Studie

Optionen für Stiftungen in der Niedrigzinsphase

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat im Stiftungsfokus, der im Mai 2017 veröffentlicht wurde, Stiftungen zur aktuellen finanziellen Situation befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die schwierige Lage hinsichtlich des Kapitalerhalts für Stiftungen nichts verändert hat.

Während in den letzten beiden Jahren über 80 % der Stiftungen eine Rendite erzielen konnte, die über der Inflationsrate lag, gehen etwa nur 65 % davon aus, dieses Ergebnis auch 2017 zu erreichen. Geringer als die Inflationsrate wird die Rendite vermutlich bei rund 20 % ausfallen. Im Jahr zuvor waren hiervon noch rund 10 % betroffen, woraus sich eine negative Entwicklungsdynamik abzeichnen lässt. Besonders große Schwierigkeiten haben hierbei die Stiftungen, die nach Beginn der Niedrigzinsphase 2009 gegründet wurden. 


Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Eine Handlungsmöglichkeit stellen u.a. wirkungsorientierte Vermögensanlagen dar. 71 % der Stiftungen sind in solche Anlagen bereits investiert, auch wenn bisher mehrheitlich zu einem geringen Anteil von unter 20 %. Die Stiftungen, die noch nicht in sog. Impact Investments investiert sind, begründen dies mit dem Fehlen entsprechender Festlegungen in der Anlagestrategie. Die Autoren empfehlen diese Stiftungen eine Neuformulierung bzw. Überarbeitung ihrer Strategie.


Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Eine weitere Option können Immobilien bieten. 37 % der Stiftungen legen in Immobilien und 33 % in Immobilienfonds an. Allerdings gilt dies vorrangig für große Stiftungen. Aufgrund der verbesserten Diversifikation und Risikostreuung kann mit einem zukünftig zunehmenden Engagement in Immobilien gerechnet werden. Trotz der Komplexität dieser Asset-Klasse lassen sich allerdings ca. 34 % dazu nicht beraten. Wirkungsorientierung könnte auch im Immobiliensegment eine zunehmend wichtige Rolle spielen, ca. 40 % wollen hier aktiver werden. 

Neue Kooperationen werden hingegen nur von rund 32 % eingegangen und das Fundraising von 30 % ausgebaut. Stiftungen, die bisher kein Fundraising implementiert haben, neigen dazu, ihre Strategie in naher Zukunft nicht zu verändern. Es bleibt fraglich, inwieweit diese beiden Optionen die Situation der Stiftungen wesentlich verbessern könnten.

Festzuhalten ist, dass insbesondere kleine Stiftungen untern den aktuellen Rahmenbedingungen leiden und vom sog. schleichenden Verbrauch betroffen sind. Die Autoren schlagen vor, Zusammenlegung, Zulegung oder Verbrauchsstiftung als potenzielle Lösungen zu diskutieren.


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