Optimale Umsetzung langfristiger Investitionsstrategien
Die zwei häufigsten Fehler, die Investoren mit langfristigem Anlagehorizont begehen, ergeben sich aus prozyklischem Investitionsverhalten und Anreizkonflikten zwischen Eigentümern und Management. Zu diesem Schluss kommt ein im November 2011 veröffentlichtes Research-Papier der Columbia Business School. Dennoch besitzen Anleger mit langfristiger Anlagestrategie gegenüber kurzfristig engagierten Investoren drei entscheidende Vorteile: Erstens können kurzfristig volatile Risikoprämien, die sich erst langfristig offenbaren, optimal ausgenutzt werden. Zweitens können in Stressphasen und Zeiten hoher Risikoaversion kurzfristige Fehlbewertungen ausgenutzt werden. Drittens können langfristige Investoren illiquide Assets erwerben und dafür hohe Prämien verlangen.
Diese grundsätzlichen Vorteile werden jedoch durch Agency Probleme zwischen Eigentümern und Management teilweise zunichte gemacht, schreiben die Autoren Andrew Ang und Knut N. Kjaer. So setzt eine antizyklische Investmentpolitik eine starke Governance-Struktur voraus, um in fallenden Märkten nicht dem Herdentrieb zu folgen und ebenfalls zu verkaufen. Die Realisierung von langfristig attraktiven Risikoprämien und antizyklischem Investitionsverhalten erfordert eine intakte und darauf abgestimmte Struktur innerhalb der gesamten Organisation. Hierzu müssen Eigentümer und Management eng zusammenarbeiten und transparent kommunizieren.
Die zwei wichtigsten Entscheidungen im Anlagemanagement, das tolerierte Gesamtrisiko und die Herkunft der Risikoprämien, sollten nicht delegiert und im Einklang getroffen werden, um die Vorteile langfristigen Investierens optimal auszunutzen.