22.01.2014 | Research

Optimale Asset-Allokation in verschiedenen Szenarien

Im Verlauf der Finanzkrise wurde bei vielen Investoren der Wunsch deutlich, sich zukünftig besser gegen Tail-Risks abzusichern. Dies wurde von Dr. Arndt Wiedemann und Timo Six von der Universität Siegen zum Anlass genommen aufzuzeigen, wie ökonomische und Stressszenarien in der Asset-Allokation berücksichtigt werden können. Der große Nachteil traditioneller Markowitz-Optimierungen besteht darin, dass höhere Momente wie Schiefe oder Kurtosis nicht berücksichtigt werden. Die unterstellte Normalverteilung der Renditen trifft in der Realität so jedoch nicht zu. Vor diesem Hintergrund messen auch institutionelle Investoren der Implementierung von Stressszenarien in der Bestimmung der optimalen Asset-Allokation zunehmend Bedeutung bei.


Quelle: Union Investment (2013)

Basierend auf der Volatilität des S&P 500 werden von den Autoren fünf verschiedene Szenarien definiert, etwa das Hauptszenario, welches für einen moderaten Konjunkturaufschwung und stabile Zinsen steht, oder das pessimistische Szenario I, das eine Rückkehr der Eurokrise mit Verlusten am Aktienmarkt sowie bei Peripherieanleihen unterstellt. Im Anschluss daran ermitteln die Autoren die jeweilige ideale Portfolioallokation.


Quelle: Union Investment (2013)

Als letzter Schritt erfolgt die Bestimmung der optimalen Allokation unter Berücksichtigung aller betrachteten Szenarien. Da ex ante unklar ist, welches der Szenarien sich realisieren wird und es grundsätzlich auch schwierig ist, Eintrittswahrscheinlichkeiten zuzuordnen, gehen die Autoren nach verschiedenen Entscheidungsregeln bzw. Optimierungsverfahren vor. Es zeigt sich, dass je nach individueller Risikoeinschätzung und -toleranz stark divergierende Portfolien optimal sind. Dadurch werden Anleger gezwungen, sich intensiv mit den Anlagezielen und ihrer Risikoneigung auseinanderzusetzen, bevor darauf aufbauend die Portfolioallokation ermittelt werden kann.

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