Offene Immobilienfonds stabilisieren Portfolio
Eine Mitte August erschienene Research-Publikation der WHU - Otto Beisheim School of Management analysiert die Diversifikationseffekte offener Immobilienfonds. Insbesondere im deutschsprachigen Raum spielen diese eine wichtige Rolle in institutionellen und privaten Portfolios. Die Aussetzung der Anteilsrücknahmen bei vielen Fonds verbunden mit hohen Wertverlusten bei einigen wenigen Fonds hat jedoch Zweifel an Rentabilität und Liquidität dieser Anlageform aufkommen lassen.
Die Autoren untersuchen insbesondere die Bedeutung offener Immobilienfonds in realen Portfolios sowie die Kapitalmarkteffekte, die sich im Umfeld der Aussetzung der Anteilsrücknahmen ergeben haben. Demnach könne die Beimischung dieser Fonds weiterhin zu einer Reduzierung des Risikos im Portfolio führen. Die durchschnittliche langfristige Rendite habe sich nur um 0,03 % verringert, wobei die Analyse nur den Zeitraum bis April 2010 abdeckt und seitdem weitere signifikante Verluste bei einigen Fonds angefallen sind.
Quelle: Haß, Johannig, Rudolph, Schweizer (2010)
Desweiteren überzeugten diese Fonds als ein einfacher und liquider Zugang zu Immobilien, der von geringer Standardabweichung geprägt ist. Die Anteilsscheinrücknahmen hätten sich vor allem auf den Sekundärmarkt ausgewirkt, mit Ankündigung der Aussetzung kam es hier zu durchschnittlichen Preisabschlägen von 5,5 %. Der durchschnittliche Diskont erhöhte sich mit zunehmender Dauer auf bis zu 22 %. Investoren sollten daher bereits bei der Anlageentscheidung eine potentiell eingeschränkte Liquidität berücksichtigen.
Quelle: Haß, Johannig, Rudolph, Schweizer (2010)