Oekom Research bewertet Risiken des Klimawandels in Portfolios
Das Münchner Unternehmen oekom research hat eine Methode zur Messung von Art und Ausmaß der Risiken der Klimaveränderung in Portfolios entwickelt. Als Ausgangspunkt der Risikomessung dient ein eigens entwickelter Index, der den potenziellen Einfluss von sechs klimabedingten Risiken auf verschiedene Branchen abbildet. Die einfliessenden Risikokategorien sind physische Risiken durch Natureinflüsse, regulatorische Risiken, Marktrisiken durch Änderungen im Konsumentenverhalten, Marktpreisrisken, juristische Risiken und Reputationsrisiken. Als Ergebnis erhält jede Branche einen Skalenwert zwischen 1 (geringe Risikoexposition) bis 5 (hohe Risikoexposition) zugeordnet.
"In Branchen mit hohem Klimarisiko ist es von besonderer Bedeutung, diejenigen Unternehmen auszuwählen, die sich aktiv mit den Risiken des Klimawandels auseinandersetzen und entsprechende Managementstrukturen und Maßnahmen implementiert haben", sagt Rolf D. Häßler, Director Business Development bei oekom research.
Laut oekom research werden besonders energieintensive Branchen wie Öl- und Gasunternehmen, Energieversorger und Automobilhersteller von Klimaveränderungen betroffen sein. Für diese Branchen ergibt sich einen Skalenwert größer als 4. Doch auch der Immobilien- (3,33) und der Tourismusbranche (3,17) wird ein hohes Risikopotential zugeordnet. Geringe Skalenwerte erreichen die Medien- (1,50) und die Softwarebranche (1,75).
Auf Basis der Branchenbewertung werden die Indexwerte auf Portfolios übertragen. Oekom research kommt zu dem Ergebnis, dass selbst breit diversifizierte Portfolios wie Indizes unterschiedlich von Klimaveränderungen betroffen sein können. So erhält der DAX einen Skalenwert von 2,79, der österreichische ATX kommt auf 2,71 und der Schweizerische SMI auf 2,32. Die Unterschiede sind auf die Indexsammensetzung zurückzuführen. Während in der Schweiz ein hoher Anteil auf Finanztitel entfällt, sind allein im DAX sechs große Energie- und Automobilwerte vertreten.