09.10.2014 | Research

Norwegischer Pensionsfonds zu Optimierung globaler Aktienportfolios

Üblicherweise werden passive Portfolios anhand der relativen Marktkapitalisierung der enthaltenen Titel gewichtet, da dies die Häufigkeit notwendiger Rebalancings vermindert. Gleichzeitig gelten solche Portfolios in der Portfoliotheorie als effizient. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass bei vielen Unternehmen der Free Float begrenzt und durch strategische Langfristinvestoren, Gründer und Regierungen dem Markt entzogen ist. Dadurch verringert sich die, den Anlegern effektiv zur Verfügung stehende, Anzahl von Wertpapieren um rund 30 %. Vor diesem Hintergrund ist die von der Marktkapitalisierung abweichende Gewichtung anhand des Free Floats zum Standard bei der Portfolio- und Indexkonstruktion geworden. In einem Forschungspapier untersucht Norges Bank Investment Manager, der Asset Manager des Norwegischen Pensionsfonds, die Zweckmäßigkeit solcher Anpassungen und vergleicht die Risiko-Rendite-Profile für den Zeitraum 2004 bis 2013.


Quelle: Norges Bank

Obwohl sie als grundsätzlich sinnvoll anzusehen ist, bringt die Free-Float-Gewichtung einige Herausforderungen mit sich. Einerseits liegen keine einheitlichen Definitionen für den Free Float vor. Dies führt dazu, dass verschiedene Anbieter unterschiedliche Investoren ausschließen. Dabei werden die genauen Berechnungen selten veröffentlicht, was es Anlegern erschwert, die Ergebnisse nachzuvollziehen. Daneben stellen nicht alle Unternehmen hinreichend Daten zu ihrer Aktionärsstruktur zur Verfügung.


Quelle: Norges Bank

Im untersuchten Zeitraum erzielte das marktkapitalisierungsgewichtete Portfolio gegenüber dem Free-Float-Portfolio eine Outperformance von 0,4 Prozentpunkten im Jahr. Auch unter risikoadjustierten Gesichtspunkten schlug es sich besser. Grund hierfür ist, dass die Free-Float-Anpassung die regionale und sektorale Zusammensetzung des Portfolios verändert, indem Ländern und Branchen mit höherem Free Float ein stärkeres Gewicht eingeräumt wird. Dies geht etwa zu Lasten der BRICs-Staaten und Industrien mit hohem staatlichen Anteil, beispielsweise Telekommunikation und Energieversorgung. Ebenso wird das Exposure zu Value-Titeln, Small Caps und weniger liquiden Aktien reduziert. Investoren, die eine solche Free-Float-Anpassung nicht vornehmen, können somit eine Liquiditätsprämie realisieren.

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