Neuer Ansatz für Investments in Schwellenländer
Die Konsumgütermärkte der Schwellenländer gelten als einer der größten Wachstumsmärkte überhaupt. Wie sich Investoren dabei positionieren sollten, um am steigenden Wohlstand der unteren und mittleren Einkommensschichten teilzuhaben, untersucht AB AllianceBernstein in einer aktuellen Studie. Dazu haben die Autoren zwei Jahre lang lokale Märkte in den Schwellenländern von Südamerika bis in die innere Mongolei und Thailand besucht und Konsumenten der untersten Einkommensschichten befragt. Eine Erkenntnis des "Grassroots Research" der Autoren ist, dass vor allem Markenartikel aus den Industrieländern nachgefragt werden. Gerade die Konsumenten am unteren Ende der Einkommensverteilung kaufen risikoscheu und qualitätsbewusst. Dabei stehen oftmals Markenartikel westlicher Produzenten ganz oben auf der Wunschliste. Um vom Wachstumspotenzial zu profitieren, muss also nicht zwangsläufig direkt in lokale Unternehmen investiert werden. Vielmehr kann es vorteilhaft sein, auf internationale Hersteller zu setzen, die ihre Produkte vor Ort anbieten.
Quelle: AB AllianceBernstein
Auch die Präferenzen der Konsumenten unterscheiden sich teilweise deutlich vom westlichen Gesellschaftsbild. Während Bezahlfernsehen beispielsweise in Deutschland nur schleppend den Markt durchdringt, verzichten selbst die untersten Einkommensschichten in Südafrika eher auf den Kühlschrank, denn auf das monatliche Pay-TV-Angebot, so eine weitere Erkenntnis der Studie. Auch in Indonesien besitzen viele Haushalte mit niedrigem Einkommen einen Fernseher, DVD-Player und Spielkonsole. Unterhaltungselektronik ist für die ärmeren Menschen in vielen Schwellenländern eine Selbstverständlichkeit geworden, schreiben die Autoren. Auch westliche Fast-Food-Ketten finden häufig reißenden Absatz bei unteren und mittleren Einkommensempfängern.
Quelle: AB AllianceBernstein
Auf der Risikoseite deckt das Vorgehen der Autoren ebenfalls neue Erkenntnisse auf. Während geopolitsche Risiken, autoritäre Regime und Korruption zu den weitläufig größten Risiken gezählt werden, vertreten die Autoren die Auffassung, dass Bildung das zentrale Risiko für die langfristige Entwicklung ist. Zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass es auf die Verbraucher der Schwellenländer ankommt und nicht auf die Unternehmen. Um vom enormen Wachstumspotenzial zu profitieren müssen daher zunächst die Gewohnheiten der Konsumenten identifiziert werden.