Neue Rahmenbedingungen für die ESRS-Anwendung
Die überarbeiteten Europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards (ESRS 2026) verringern den Umfang verpflichtender Datenpunkte gegenüber der Fassung von 2023 um 61 Prozent. Zugleich konkretisieren sie Anforderungen an Wesentlichkeit, Berichtsgrenzen und die Darstellung von Nachhaltigkeitsinformationen, zeigt eine Auswertung von PwC. Für institutionelle Investoren erleichtert sich damit die Vergleichbarkeit wesentlicher Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen, während die Umsetzung für berichtspflichtige Unternehmen flexibler ausgestaltet wird.
Ein Schwerpunkt liegt auf der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Unternehmen können hierfür einen Top-down- oder Bottom-up-Ansatz wählen und auf angemessene, ohne unverhältnismäßigen Aufwand verfügbare Informationen zurückgreifen. Die Vorgaben erlauben zudem, Schlussfolgerungen anhand von Strategie, Geschäftsmodell, Sektor, geografischer Präsenz und Wertschöpfungskette zu ziehen. Informationen gelten als wesentlich, wenn ihr Weglassen, ihre fehlerhafte Darstellung oder ihre Verschleierung Entscheidungen von Nutzern beeinflussen könnte.
Neue Erleichterungen betreffen unter anderem Wertschöpfungskettendaten, Akquisitionen, Veräußerungen und die Berechnung einzelner Kennzahlen. Für Unternehmen, die Investments treuhänderisch für Kunden verwalten und dabei keine Eigentumsrisiken oder -chancen behalten, sieht ESRS 2026 eine spezifische Erleichterung vor.
Die Anwendung ist für Geschäftsjahre verpflichtend, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. Für Geschäftsjahre im Kalenderjahr 2026 stehen Unternehmen drei Berichtsansätze offen, darunter die vorzeitige vollständige Anwendung der ESRS 2026.
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