Nahrungsmittelpreise und Inflationsraten in Entwicklungsländern
Ein im April publiziertes Paper des Internationalen Währungsfonds (IMF) analysiert die Rolle der Nahrungsmittelpreise bei der Bestimmung der Inflationsrate in Ländern mit niedrigem Einkommen. Der Autor, James P. Walsh, gibt zu bedenken, dass in solchen Ländern die Entwicklung der Nahrungsmittelpreise erstens volatiler ist und zweitens im Durchschnitt auch über der Inflationsrate von Nicht-Nahrungsmitteln liegt.
Der Fokus auf Inflationsraten, die Nahrungsmittelpreise nicht berücksichtigen, kann deshalb irreführend sein. Vor diesem Hintergrund testet der Autor mit einem CPI-Datensatz für 91 Länder, ob der langfristige Einfluss der Nahrungsmittelpreise auf die Inflation größer ist als ursprünglich angenommen.
Quelle: Walsh (2011)
Walsh kommt zu dem Ergebnis, dass sich besonders in Entwicklungsländern ein falsches Bild der Inflationsentwicklung ergibt, wenn Nahrungsmittelpreise von der Core-Inflation ausgeschlossen werden. Dies liegt in erster Linie daran, dass in Entwicklungsländern die Erstrundeneffekte von Nahrungsmittelpreisschocks signifikant höher sind als in reicheren Ländern.
Inflationsindizes für Entwicklungsländer, die auf eine Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel verzichten, laufen daher Gefahr ein falsches Bild der Preisentwicklung zu geben. Besonders die Wirtschaftspolitik sollte dies in ihre Entscheidungen einbeziehen.