Nachhaltigkeitsbewusstsein im Immobiliensektor steigt
Immobiliengesellschaften und -fonds legend zunehmend Wert auf die Nachhaltigkeit ihrer Engagements, zeigt die jährliche Studie der seit fünf Jahren existierenden Initiative GRESB (Global Real Estate Sustainability Benchmark). Hierzu wurden weltweit 637 Unternehmen und Fonds im Immobiliensektor befragt, die insgesamt 56.000 Objekte im Gesamtwert von 2,1 Billionen US-Dollar verwalten.
Die Ermittlung der Benchmark erfolgt über ein Scoring Modell, in dem 7 verschiedenen Aspekte berücksichtigt werden. Der allgemeine GRESB wird in zwei Dimensionen aufgeteilt, einerseits die Implementierung und Bemessung von Nachhaltigkeitsaspekten, andererseits Management und Strategie. Auf einer Skala von 0 bis 100 hat sich die Bewertung der Gesellschaften um neun auf 47 Punkte verbessert. Getrieben wurde dies durch eine deutliche Steigerung bei Implementierung und Bewertung (+23 Prozent), die den Rückgang im Management-Bereich um elf Prozent kompensiert hat. Dabei gibt die Studie allerdings zu bedenken, dass viele Teilnehmer erstmalig erfasst wurden und im Schnitt ein geringeres Rating aufweisen. Bei den wiederholten Teilnehmern dagegen haben sich die Nachhaltigkeitswerte deutlich gesteigert.
Quelle: GRESB
Aufgeschlüsselt nach Regionen ergibt sich ein ähnliches Bild wie in den Vorjahren. Australien und Neuseeland sind unverändert führend mit einem Durchschnittswert von 61, gefolgt von Europa mit 47, was einer Verbesserung um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Die deutlichste Steigerung dagegen verzeichnet Asien mit einem Plus von 23 Prozent auf 46 Punkte.
Quelle: GRESB
Weiterhin geht die Studie detailliert auf die Entwicklung einzelner Aspekte ein, darunter die Rolle von Nachhaltigkeit in der Risikoreduzierung, Monitoring-Systeme, um die Sustainability Performance zu messen und bewerten, sowie die Verbreitung Green-Building-Zertifikaten. Insbesondere unter Risikogesichtspunkten steigt das Gewicht der Sustainability-Bewertungen, durch die langfristige Risiken reduziert werden können. So nutzen 81 Prozent der Befragten Sustainability-Werte standardisiert im Due-Dilligence-Prozess für Neuinvestments, bei bestehenden Anlagen sind es 77 Prozent. Von besonderer Bedeutung sind hier Umwelt- und regulatorische Risiken, zunehmend aber auch Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel.