04.09.2012 | Research

Nachhaltigkeitsanalyse des Öl/Gas-Sektors

Öl- und Gasunternehmen gehören nicht zu den Branchen, die man  mit nachhaltigem Investment assoziiert. Tatsächlich ist nachhaltiges Wirtschaften in diesem Sektor selten, allerdings nicht unmöglich, wie ein im August veröffentlichter Report von Oekom Research zeigt. Insgesamt wurden 149 Unternehmen analysiert. Die Durchschnittsnote entspricht der zweitschlechtesten Bewertung D. Gründe für die schlechten Ratings sind vor allem kontroverse Geschäftspraktiken, die bei 42,3 % der bewerteten Unternehmen festgestellt wurden, ebenso wie kontroverses Umweltverhalten bei 38,5 % und grüne Gentechnik bei ebenfalls 38,5 %. Nur neun Unternehmen erhielten den Prime Status von mindestens B- bei Oekom Research, dies sind 6,0 %.
Die drei Unternehmen mit den besten Nachhaltigkeits-Ratings sind OMV aus Österreich, Total aus Frankreich und Hess Corp aus den USA.


Quelle: Oekom Research

Schlüsselthemen für eine nachhaltige Entwicklung in diesem Sektor sind laut Oekom Research der Übergang von fossilen zu regenerativen Energiequellen, die Kontrolle von negativen Auswirkungen der Förderung auf die Umwelt, die Arbeitssicherheit, die Korruptionsbekämpfung und der Schutz der Menschen in den Fördergebieten. Besonders kritisch wird bewertet, dass die Anreize zu riskanten Förderprojekten durch die steigenden Ölpreise steigen und dieses Verhalten häufig politisch gefördert wird. Da kein einziges Unternehmen diese Projekte ausschließe, seien Umweltkatastrophen selbst bei den als nachhaltig eingestuften Unternehmen weiterhin möglich.


In der Ausgabe 3|2011 des Absolut|report finden Abonnenten einen ausführlichen Artikel zu nachhaltigen Rohstoff-Investments unter dem Titel "Commodity Investments und Nachhaltigkeit: Strategien für institutionelle Investoren".

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