Nachhaltigkeits-Ratings nicht nur als Ergänzung von Kreditratings geeignet
Im Zuge der europäischen Schuldenkrise hat sich das in der Finanzkrise bereits angekratzte Bild von Kreditratings weiter verschlechtert. Ehemals mit hohen Bonitätsnoten ausgestatte Länder der Europäischen Union rutschten innerhalb kurzer Zeit unter den Investment-Grade-Status. Im Rahmen seiner jüngst veröffentlichten Nachhaltigkeitsratings verweist Oekom Research darauf, dass die Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien zu besseren Einschätzungen über die Leistungsfähigkeit eines Staates führen kann.
So wies Griechenland im Nachhaltigkeitsrating bereits Ende 2008 keinen Prime-Status mehr auf. Kritische Punkte waren u.a. hohe Staatsschulden, überproportionale Militärausgaben und Korruption, also Aspekte die im Rahmen der Schuldenkrise ausführlich thematisiert wurden. Standard & Poor's und Fitch gaben Griechenland bis Mitte 2009 noch ein stabiles A-Rating. Den Investment-Grade-Status verlor Griechenland erst viel später. Eine Kombination aus kredit- und nachhaltigkeitsspezifischen Kriterien hätte Investoren vermutlich bereits früher von einem Investment abgehalten.
Quelle: Oekom Research
Im aktuellen Ranking liegen Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Österreich und Deutschland auf den vordersten Plätzen. Deutschland erhält mit dem Rating B+ den niedrigsten Wert im Prime-Standard. Positiv stechen Menschenrechte, Gesundheitswesen und Umweltschutz hervor. Negativ schlagen sich die relativ niedrigen Bildungs- und Entwicklungsausgaben sowie die Verwendung von Nuklearenergie nieder.
Quelle: Oekom Research
Neben Nachhaltigkeitskriterien können sich unter Umständen auch weitere Aspekte eignen, in Bonitätsbewertungen berücksichtigt zu werden:
Mehr dazu lesen Sie unter einem Bericht von Bank Sarasin
„Relative Value" zu Deutschland von SYZ oder
Scorecard für quantitative und qualitative Kriterien von Credit Suisse