Nachhaltigkeit bei institutionellen Investoren als Ziel definiert
Eine Umfrage des Asset-Management-Unternehmens Union Investment unter 256 institutionellen Investoren hat ergeben, dass nachhaltige Investments bei diesen bisher kaum verankert sind, das Thema aber zunehmend an Bedeutung gewinnt. 64% der befragten Unternehmen seien in nachhaltigen Investments investiert, für rund ein Drittel würde Nachhaltigkeit bislang keine Rolle bei Anlageentscheidungen spielen.
Quelle: Union Investment
Durch signifikante Neuinvestitionen und Umschichtungen planen die institutionellen Anleger allerdings eine Verdopplung der nachhaltigen Investments. Aktuell empfänden sich die Anleger oft als nur wenig informiert.
Für die meisten Befragten bilde Nachhaltigkeit einen Mix aus ethischen und ökologischen Kriterien. Für lediglich 48 Prozent haben entsprechende Anlagestrategien auch eine ökonomische Dimension. Auf der anderen Seite sieht ein hoher Anteil der in nachhaltige Produkte investierten Anleger Vorteile in erster Linie bei der Imagepflege und größere Chancen für das Produktmarketing.
Die oft zitierte Sorge vor nachteiligen Auswirkungen auf die Kapitalanlage ist immer noch ein Thema. So lehnen Anleger nachhaltige Strategien vor allem deshalb ab, weil sie von diesen Nachteile für ihr Anlageergebnis erwarten. In der Umfrage sehen 75 Prozent derjenigen, die nachhaltige Investments nicht berücksichtigen, in ihnen eine Kostenbelastung, 73 Prozent sogar eine Renditebremse. Diese Aussagen überraschen allerdings nicht, wenn man sie mit dem sehr hohen Grad der Schlecht- oder Nichtinformiertheit der Anleger in Beziehung bringt.
Quelle: Union Investment
Der Anteil von nachhaltigen Investments liegt derzeit bei Kreditinstituten, Asset Managern und Großunternehmen lediglich bei 2%, während Altersvorsorgeeinrichtungen mit 13,67% der Allokationen an der Spitze liegen, gefolgt von Versicherungen mit 6,68%.
Die Studie hält im Ergebnis fest, dass insbesondere Informationsdefizite über Auswahlkriterien und Produktzusammensetzungen das Interesse an Nachhaltigkeit schmälern. Die möglichen Renditevorteile und besseres Risikomanagement durch Beschränkung von Image- und Haftungsrisiken von nachhaltigen Unternehmen sollten dementsprechend in Beratung und Produktkonzeption stärker herausgestellt werden.