Nachfrageinelastizität und Marktvolatilität
Xavier Gabaix und Ralph Koijen von Harvard und der University of Chicago untersuchen in einem Researchpaper den Grund für die Volatilität des Aktienmarktes und bringen diese in einen Zusammenhang mit den Mittelflüssen und Nachfrageschocks in einem unelastischen Markt. Zunächst werden die Auswirkungen von Mittelzuflüssen auf Basis eines einfachen Modells untersucht. Es zeigt sich, dass ein zusätzliches Investment von 1 US-Dollar aufgrund der fehlende Elastizität der Nachfrage zu einem Anstieg der Bewertung des Aktienmarktes um 5 US-Dollar führt. Diesen Wert können die Autoren in komplexeren Modellierungen bestätigen. Damit können auch kleinere Zu- oder Abflüsse deutliche Auswirkungen auf die Bepreisung des Aktienmarktes haben, was als Hypothese unelastischer Märkte bezeichnet wird.
Im zweiten Schritt wird überprüft, ob dies auch empirisch nachweisbar ist. Hierzu werden idiosynkratische Nachfrageschocks großer Akteure oder Sektoren als Grundlage für die exogene Variable genutzt. Erneut ergibt sich eine Preissensitivität des Aktienmarktes zwischen 3 und 8 bei einer Nachfrageelastizität von 0,2. Abschließend weisen die Autoren darauf hin, dass es sich bei ihrem Ergebnis nur um eine Hypothese handelt. Die empirischen Ergebnisse beruhen auf einer neuen Methode und in diesem Kontext bislang wenig verwendeten Daten. Nichtsdestotrotz ist die Nachfrageelastizität des Aktienmarktes ein wichtiger Parameter im Asset Pricing.
Quelle: Gabaix, Koijen, 2021
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