Multi-Asset Allocation als Ausweg für Pensionskassen
Ein aktueller Report von Vontobel analysiert die Anlagesituation der Pensionskassen und zeigt Lösungswege in Form einer Multi-Asset Allocation auf. Im Umfeld hoher Marktvolatilität, niedriger Zinsen und steigender Korrelationen zwischen den Asset-Klassen sei nach Ansicht der Autoren das benchmarkorientierte und überwiegend passive Anlegen in Anleihen und Aktien nicht mehr zielführend. Die Risikomessung müsse über die Risikotragfähigkeit der Pensionskassen und unter Ausnutzung aller Anlagemöglichkeiten auf Portfolioebene getroffen werden, anstatt in Form eines Vergleichs zu einer statischen Benchmark, in der ein höherer Anleihenanteil automatisch als sicherer gilt. Daraus resultiere ein Prozess zur Portfoliokonstruktion, der ein deutlich höheres Maß an aktivem Engagement erfordere.
Quelle: Vontobel
Das Festhalten an überholten Methoden hat sich in den letzten Jahren in niedrigen Renditen der Vorsorgeeinrichtungen niedergeschlagen. Gemäß der Swisscanto Pensionskassenstudie 2012 lagen die Renditen zwischen 2006 und 2011 nur noch bei -0,3 % bis 0,4 % p.a.
Dabei sei die Lage aufgrund der nicht marktnahen Bewertung der Pensionsverpflichtungen vermutlich sogar noch schlimmer als es der Deckungsgrad derzeit darstellt. Dies wird sich mit der Einführung von IAS 19 ändern, nach der eine marktbezogene Bewertung und Bilanzierung bei den Mutterunternehmen von betrieblichen Pensionskassen erforderlich wird. Da auch die politische Entwicklung hinterherhinkt, müssen die Pensionskassen im Rahmen der Asset Allocation ihr Potential zukünftig ausschöpfen, um in der "Neuen Welt" bestehen zu können.
Quelle: Vontobel
Die Umsetzung eines Multi-Asset-Ansatzes beinhaltet neben der technischen Portfoliokonstruktion und dem Aufbau eines adäquaten Risikomanagements vor allem die Nutzung weitere Asset-Klassen. Vontobel nennt insbesondere Anleihen aus Schwellenländern, Unternehmensanleihen und aufgrund des Diversifikationseffektes auch Rohstoffe. Das Portfolio wird anhand der Risiko- und Renditebedürfnisse des Investors kreiert. Somit wird die passive Marktbenchmark zur aktiven Kundenbenchmark.