25.01.2017 | Research

Momentumprämien im Markt für Unternehmensanleihen

In einem im November erschienenen Forschungspapier stellen Hai Lin, Chunchi Wu und Guofu Zhou einen zweistufigen Ansatz zur Untersuchung von Momentum-Effekten am Corporate-Bonds-Markt vor. In Abgrenzung zur traditionellen Momentum-Strategie, die nur ein Trendsignal in einem fixen Zeithorizont berücksichtigt, bezeichnen die Autoren ihre Strategie als Trendmomentum-Strategie. Der verwendete Ansatz basiert auf der Bildung von mehreren gleitenden Durchschnitten (MA) von Anleihekursen über verschiedene Zeithorizonte. Die gleitenden Durchschnitte werden zunächst für eine Schätzung der erwarteten Bond-Renditen genutzt. Im nächsten Schritt sortieren die Autoren die erwarteten Bond-Renditen dann in Quantile und messen deren tatsächliche Rendite.


Quelle: Lin, Wu, Zhou (2016)  

Es zeigt sich, dass die Bonds mit den höchsten erwarteten Renditen gemäß den MA-Signalen, auch die Bonds mit den höchsten ex-post-Renditen sind. Dieses Phänomen wird für jede Rating-Kategorie gemessen. Die weitere Analyse zeigt, dass die Vorhersagekraft der Trendmomentum-Strategie nicht durch eine traditionelle Momentum-Strategie erklärt werden kann. Dafür wird eine zweidimensionale Sortierung vorgenommen. Zunächst erfolgt, wie bereits erläutert, eine Sortierung der erwarteten Bonds-Renditen in Quantile. Im nächsten Schritt wird der prozentuale Anteil der Bonds in jedem Trend-Portfolio berechnet, der sich im Loser-, Median- oder Winner-Portfolio befindet. Die Sortierung in die Loser-, Median- und Winner-Portfolios basiert auf der historischen 6-Monats-Anleihenrendite.


Quelle: Lin, Wu, Zhou (2016)

Wenn das traditionelle Bond-Momentum der Treiber der Vorhersagekraft der Trendmomentum-Strategie ist, dann sollte ein Großteil der Bonds mit hohen (niedrigen) ex-post-Renditen, auch hohe (niedrige) historische 6-Monats-Renditen besitzen. Das traditionelle Bond-Momentum scheint daher nicht die Grundlage der Vorhersagekraft der Trend-Momentum-Strategie zu sein.


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