24.01.2017 | Märkte

Allokationsmethoden für Faktorportfolios

In einer Marktanalyse untersucht S&P die Performance verschiedener Faktorstrategien im Zeitverlauf und stellt taktische und strategische Allokationsansätze vor. Im Zeitraum 1994 bis 2016 haben sämtliche betrachteten Smart-Beta-Strategien (Low Vola, Quality, Value, Size, Momentum und Dividend) im US-Aktienmarkt eine höhere Rendite erzielt als der kapitalisierungsgewichtete S&P 500. Risikoadjustiert lag lediglich die Value-Strategie hinter der Benchmark zurück. Dabei sind jedoch deutliche zyklische Muster von Under- und Outperformance zu beobachten. Die Phasen der Underperformance treten allerdings nicht bei allen Faktoren simultan auf, da die Faktorperformance von unterschiedlichen Treibern beeinflusst wird, was sich in niedrigen Korrelationen, die auch in Krisenzeiten stabil bleiben, niederschlägt.  


Quelle: S&P

Bei der strategischen Faktorallokation kann zwischen Optimierungsverfahren und Heuristiken unterschieden werden. Je nach Optimierungsmethode ergeben sich stark voneinander abweichende Allokationen, die allerdings alle eine höhere Rendite bei niedrigerer Volatilität als die Benchmark aufweisen. Die Ergebnisse zeigen damit, dass die Faktorallokation in Anlehnung an die Ziele des Investors – breites Exposure über verschiedene Faktoren zur Verbesserung der Performance  oder die Nutzung von Diversifikationseffekten – angepasst werden sollte. Alternativ hierzu bieten sich Heuristiken wie Gleichgewichtung oder Risk Parity an.


Quelle: S&P

Durch die Zyklizität der Faktorperformance ergeben sich Timing-Opportunitäten. Eine Möglichkeit hierfür stellt ein Trendfolgemodell dar. Basierend auf Momentum-Signalen wird bei vierteljährlichem Rebalancing jeweils das gesamte Portfolio in den besten, zweitbesten bzw. drittbesten Faktor investiert. Lediglich das Portfolio, welches stets auf den in der Vorperiode schlechtesten Faktor gesetzt hat, hat den S&P 500 über die gesamte Beobachtungsperiode underperformt. Das Fazit hieraus ist, dass der in der jüngsten Vergangenheit schwächste Faktor vermieden werden sollte.

Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Smart-Beta- und Factor-Investing-Strategien jeden Monat in den Publikationen Absolut|ranking Smart Beta Equity und Smart Beta Fixed Income & Commodity. Insgesamt umfasst das Absolut|ranking mehr als 11.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 27 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 110 Vergleichsgruppen.

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