27.03.2019 | Research

Methoden zur Performance-Berechnung von Private Equity

Bislang gibt es keinen Konsens, welche empirische Methode für die Rendite- und Risikomessung von Private Equity am besten geeignet ist. Arthur Kortewege von der University of Southern California hat in einem Researchpaper verschiedene Methoden zur Risikoadjustierung von Private-Equity-Renditen vorgestellt. Der Autor unterscheidet drei wesentliche Ansätze: Daten auf Transaktionsebene, auf Fondsebene sowie börslich gehandelte Private-Equity-Vehikel. Transaktionsbezogene Daten weisen den Vorteil auf, dass sie vor Kosten berechnet werden. Dies erlaubt eine direkte Beurteilung der Fähigkeiten des General Partner. Weiterhin können Risiko und Rendite nach Branche, Marktphase des Investments, Strategie und Region differenziert werden. Es kann unterschieden werden zwischen dem Indexansatz, bei dem individuelle Transaktionsdaten zu einem Index aggregiert werden, der dann auf verschiedene Risikofaktoren regressiert wird, und einem Ansatz, bei dem Faktormodelle direkt auf einzelne Unternehmensdaten angewandt werden.

Anstelle transaktionsbezogener Daten können auch Daten auf Fondsebene verwendet werden. Vorteile hierbei sind zum einen der fehlende Erfolgs-Bias, da alle Geschäfte einbezogen werden, zum anderen ist die Performance-Berechnung einfacher, weil die Cash Flows der Investments direkt zu beobachten sind. Die Performance wird nach Kosten gemessen, was aus Sicht der Limited Partner für die Optimierung der Allokation sinnvoll ist, jedoch die Möglichkeiten der Messung des Manager Skills erschwert. Ein häufig angewandtes Verfahren ist das Public Market Equivalent (PME). Hierzu werden die Barausschüttungen mit der Rendite des Aktienmarktes diskontiert und durch die Einzahlungen in den Fonds dividiert. Ein PME größer 1 wird dann als Outperformance des Fonds gegenüber dem Aktienmarkt interpretiert. Dabei wird allerdings übersehen, dass Private Equity nicht zwingend ein Marktbeta von eins aufweist.

Zuletzt können auch börslich gehandelte Private-Equity-Vehikel zur Performancemessung herangezogen werden. Es ist allerdings unklar, inwieweit die so generierten Daten auf ungelistete Fonds übertragbar sind, da der NAV meist deutlich geglättet, die verfügbare Datenhistorie relativ kurz und die Samplegröße gering ist.


Absolut Research analysiert institutionelle Publikumsfonds mit Fokus auf Listed Private Equity jeden Monat in der Publikation Absolut|ranking Listed Infrastructure & Private Equity. Insgesamt umfassen die Absolut|rankings mehr als 16.000 institutionelle Publikumsfonds und ETFs, aufgeteilt in 34 Asset-Klassen und Marktsegmente und mehr als 160 Universen.

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