22.04.2014 | Research

Medienberichte zu Nachhaltigkeit beeinflussen Kreditrisiken

Negative Medienberichte betreffend die Nachhaltigkeitsperformance von Unternehmen erhöhen deren Kreditrisiken, zeigt ein Forschungspapier von Julian Fritz Kölbel von der ETH Zürich und Timo Busch von der Universität Hamburg. Die Autoren haben 413 Unternehmen im Zeitraum 2007 - 2012 untersucht, wobei sowohl Staatskonzerne als auch die Finanzbranche von der Analyse ausgeschlossen wurden. Als Maß für die Veränderung des Kreditrisikos dienten die Credit Default Swap Spreads. Zusätzlich werden unternehmensspezifische Kontrollvariablen, etwa Marktkapitalisierung und Verschuldungsgrad, in der Schätzung berücksichtigt.

Quelle: Kölbel, Busch (2013)

Es zeigt sich, dass negative Medienberichte sowohl auf Quartals- als auch auf Jahressicht das Kreditrisiko signifikant erhöhen. Ein negativer Bericht steigert so die CDS Spreads um rund 3 % gegenüber dem vorherigen Niveau. Werden ausschließlich Unternehmen aus der EU betrachtet, nimmt das Signifikanzniveau deutlich ab, was angesichts des geringen Stichprobenumfangs für dieses Subsample allerdings auch nicht weiter verwunderlich ist. Grundsätzlich besteht jedoch kein systematischer Unterschied bzgl. Der Auswirkungen negativer Berichterstattungen zwischen Unternehmen aus den USA und Europa. Die Ergebnisse erweisen sich auch unter abweichenden Modellspezifikationen als robust.

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