23.04.2014 | Research

Einflussfaktoren auf die Intensität von Active Ownership

Der Umfang des aktiven Engagements institutioneller Investoren, etwa die Ausübung von Stimmrechten auf der Hauptversammlung, variiert stark, sowohl zwischen verschiedenen Klassen von Anlegern als auch innerhalb dieser Klassen. Serdar Çelik und Mats Isaksson von der OECD haben in einem Forschungspapier Faktoren untersucht, die die Intensität des Active Ownership beeinflussen. Im Jahr 2011 hielten institutionelle Investoren Assets im Wert von knapp 85 Billionen US-Dollar, davon 38 % in Form börsennotierter Aktien. Vor allem Investment- und Pensionsfonds sowie Versicherungen verzeichneten in den letzten Jahren große Zuwächse ihrer Assets under Management. Prozentual ist die Steigerung allerdings bei ETFs am höchsten, die seit dem Jahr 2000 ihre Assets mehr als versiebzehnfacht haben.


Quelle: OECD (2014)

Insgesamt identifizieren die Autoren sieben Determinaten, die den Umfang des Active Ownership bestimmen. Hierzu gehören der Zweck der Gesellschaft, also ob es sich um eine Profit oder Non-Profit Organisation handelt und die Fristigkeit der Verbindlichkeiten: Während ein Lebensversicherer langfristig planen kann, müssen etwa offene Fonds jederzeit mit Abflüssen rechnen, was bei der Ausübung von Stimmrechten zu Problemen führen kann, wenn aus diesem Grund Anteile nicht verkauft werden können. Weitere Faktoren sind die Anlagestrategie, die Portfoliostruktur und -konzentration, Gebührenausgestaltung, eventuelle politische und soziale Zielsetzungen und regulatorische Bestimmungen.



Quelle: OECD (2014)

Größtes Hindernis für die Implementierung aktiven Engagements ist der Kostenfaktor bzw. der Mangel an Personal. Auffällig ist, dass Investoren mit dem höchsten Niveau an aktiver Beteiligung in der Regel keine Verpflichtung diesbezüglich haben. Entsprechend würden gesetzliche Regelungen, nach der beispielsweise Stimmrechte verpflichtend ausgeübt werden müssen, kaum Auswirkungen zeigen, so lange andere Einflussfaktoren unverändert bleiben.

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