McKinsey analysiert weltweite Verschuldung
Die gegenwärtige Rezession ließ vielfach den Ruf nach einer Entschuldung der öffentlichen und privaten Haushalte, insbesondere in den USA, laut werden. Um der Frage nach der Höhe des Leverage vor der Finanzkrise und nach einer gezielten Entschuldung nachzugehen, analysierte das McKinsey Global Institute weltweit 45 historische Entschuldungsphasen, in denen eine Volkswirtschaft signifikant das Verhältnis Schulden-zu-Bruttoinlandsprodukt reduziert hat.
So haben bis Mitte 2008 die entwickelten Industrienationen ihre Verschuldung deutlich erhöht. Daher seien die Leverage Level immer noch sehr hoch, gerade in den USA.
Quelle: McKinsey
Für einzelne Länder und Sektoren schätzten die Autoren auf Basis historischer Daten die Wahrscheinlichkeiten für ein Deleveraging. Demnach seien vor allem Haushalte in Spanien, den USA, Großbritannien, Kanada und Südkorea betroffen, sowie Commercial Real Estate in Spanien, den USA und Großbritannien.
Quelle: McKinsey
Laut McKinsey führten Entschuldungsphasen in der Vergangenheit stets zu negativen Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt. Diese Phasen hielten sechs bis sieben Jahre an. Da fast alle großen Volkswirtschaften von der Rezession betroffen seien, sei daher von einer reduzierten Wirtschaftsleistung in den nächsten Jahren auszugehen. Die Analyse schließt mit Hinweisen für politische Entscheidungsträger, die negativen Auswirkungen dieser Prozesse abzumildern.