Marktneutrale Arbitragestrategie in Aktienpaaren
Zwei Autoren der Universitäten Rio Grande do Sul und Santa Catarina in Brasilien haben ein statistisches Modell zur Selektion von Aktienpaaren entwickelt, das die Konstruktion eines marktneutralen Portfolios ermöglicht. Ihr Ziel ist die Umsetzung einer Arbitragestrategie, die Preisschwankungen ausnutzt. Neu ist ihr Ansatz, bei der Titelauswahl das Konzept der statistischen Kointegration in der Zeitreihenanalyse zu verwenden. So wählt das Modell von Joao F. Caldeira und Guilherme V. Moura die Aktienpaare aus, deren Rückkehr zu ihrem Gleichgewichtspreis am wahrscheinlichsten ist.
Quelle: Caldeira, Moura (2013)
Die Autoren testen ein auf diesem Weg konstruiertes Portfolio mit Aktien des brasilianischen Leitindex Bovespa für den Zeitraum von Januar 2006 bis Oktober 2012. Das Modell wählt für jeden 4-Monatsabschnitt rund 90 Paare aus, von denen die 20 Paare mit der größten Sharpe-Ratio in ein diversifiziertes Portfolio eingebracht werden. Für den Betrachtungszeitraum liefert die Strategie eine annualisierte Rendite von 16,38 % bei relativ niedriger Volatilität und keiner signifikanten Korrelation mit der Benchmark. Die Sharpe-Ratio wird mit 1,34 angegeben.