11.03.2019 | Studie

Mangelnde Transparenz bei Green Bonds

Das Südwind-Institut und das Bundesumweltministerium haben in einer internationalen Studie knapp 3.000 durch Green Bonds finanzierte Projekte untersucht. Demnach berichtet mehr als die Hälfte der rund 400 Emittenten nicht oder nur lückenhaft über ihre Projekte und stellt lediglich Beschreibungen oder Fallbeispiele zur Verfügung. Vorreiter bei der Transparenz sind die Europäische Investitionsbank (EIB), die Weltbank und die niederländische Entwicklungsbank FMO). Unter den privaten Emittenten informieren 79 über einzelne Projekte. Insbesondere Banken agieren demnach besonders intransparent und stellen meist keine Informationen bereit, zu welchen Anteilen Green-Bond-Mittel in bestimmte Projekte geflossen sind.


Quelle: Südwind

Bei 57 der rund 3.000 Projekte identifzierten die Autoren ökologische Probleme und Kontroversen. Dies betraf insbesondere Landrechtskonflikte, mangelnden ökologischen Nutzen und zu geringe CO2-Einsparungen.


Quelle: Südwind

Ein besonderer Schwerpunkt der Studie lag auf dem Thema Zusätzlichkeit. Hier wurde geprüft, in wie weit durch Green Bonds tatsächlich zusätziliches Kapital für ökologisch sinnvolle Projekte mobiliisiert wurde. Basierend auf verschiedenen Studien und Berechnungsmethoden der OECD und des Kyoto-Protokolls, kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Green Bonds bisher nur sehr begrenzt zu einer Umlenkung von Kapital hin zu nachhaltigerem Wirtschaften beitragen. Hier ist eine stärkere Regulierung von Finanzmärkten und Realwirtschaft erforderlich, schlussfolgern die Autoren. Allerdings ist die Emission von Green Bonds in der Regel mit einer umfangreichen Dokumentation der finanzierten Projekte verbunden, was die Transparenz und das Bewusstsein auf Projektseite für eine nachhaltige Entwicklung insgesamt stärkt.


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