18.06.2014 | Märkte

Managed Volatility statt Minimum Volatility

Minimum-Volatility-Strategien (Min-Var-Strategien), die in turbulenten Marktphasen eine Absicherung gegen Verluste bieten, haben den Nachteil, in guten Phasen eine Underperformance zu erzielen. Vor diesem Hintergrund schlagen Adrian Banner und Vassilios Papathanakos von INTECH vor, das Exposure eines Portfolios aktiv anhand der Volatilität des Marktes zu steuern. Hierzu soll das Managed-Volatility-Portfolio (Man-Var-Portfolio) über die Minimierung der Portfoliovolatilität unter der Nebenbedingung, den Markt um einen bestimmten Prozentsatz outzuperformen, aufgestellt werden. Bei einer solchen Herangehensweise ist das Portfolio in Phasen geringen Risikos relativ nahe an einer normalen Aktienstrategie - sowohl unter Rendite- als auch Volatilitätsaspekten. Bei hohem Marktrisiko dagegen liegen die Charakteristika eher nahe einer Min-Var-Strategie.


Quelle: INTECH

In sehr volatilen Marktphasen liegt die Risikoreduzierung eines derartigen Man-Var-Ansatz nur knapp unter der einer Min-Var-Strategie. So hätte 2002 die Risikoreduzierung des Ersteren 32 % betragen, während ein Min-Var-Portfolio eine Reduzierung von 38 % ergeben hätte. Doch in weniger riskanten Zeiten ist der Unterschied dafür umso deutlicher: Mitte der 2000er hätte ein Man-Var-Ansatz das Risiko nicht reduziert, wohingegen ein Min-Var-Portfolio eine um 16 % reduzierte Volatilität aufgewiesen hätte.


Quelle: INTECH

Eine solche Strategie basiert nicht auf Market-Timing, sondern lediglich auf Volatilitätsschätzungen, die zuverlässiger sind als Renditeprognosen. Auch wird das Portfolio schnell an neue Gegebenheiten angepasst, ohne dass es dabei zu Schaukelbewegungen kommt. In den Schätzungen der Autoren ergibt sich für eine Aufteilung des Portfolios zu je einem Drittel auf Growth-, Value- und  Man-Var-Strategien für den Zeitraum 2003 - 2012 eine Outperformance gegenüber dem MSCI World um 3,4 %.

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