08.01.2018 | Research

Low-Carbon-Strategien in Credit-Portfolios

Ulf G. Erlandsson, Senior Portfolio Manager des schwedischen Pensionsfonds AP4, untersucht in einem Researchpaper, wie sich Strategien zur Reduktion des Carbon Footprints in Credit-Portfolios integrieren lassen und welche Auswirkungen dies auf das Alpha-Potenzial hat. Dazu verwendet der Autor Emissionsdaten von CDP und entwickelt eine ordinale Sortierung der Fortune 500 Unternehmen. Für den jeden Corporate Bond der Unternehmen wird ein Nachhaltigkeitsscore ermittelt, der aus drei multiplizierten Komponenten besteht: Sektorscore, Position im Sektor und Green-Bond-Status.


Quelle: Erlandsson

Die GICS-Sektoren werden zunächst mit einem Score von 1, 2 oder 3 bewertet, wobei ein Wert von 3 die höchsten Emissionswerte (Score 1+2) abbildet. Die relative Positionierung des Unternehmens in seinem Sektor wird wiederum mit 1, 2 oder 3 bewertet. Um für die Größe der Unternehmen zu kontrollieren, erfolgt das Ranking innerhalb des Sektors entweder normalisiert oder auf Basis der absoluten Emissionswerte. Dem zugrunde liegt ein Regressionsmodell, dass die Beziehung zwischen Unternehmensgröße und CO2-Emissionsvolumen schätzt. Der Green-Bond-Status fließt über eine Bewertung mit 0 oder 1 ein. Ein besonders CO2-intensives Energieunternehmen erhält dementsprechend einen Score von 9, während Green Bonds mit 0 bewertet werden.


Quelle: Erlandsson

Der auf diesem Weg ermittelte ECOBAR-Score (Erlandsson CO2 Balanced Ranking) wird schließlich auf zwei Portfolios angewendet, ein historisches Real-Trade-Investment-Grade-Kredit-Portfolio von AP4 und eine systematische CDS-Handelsstrategie. Im gehandelten Portfolio stellt der Autor fest, dass es möglich war, ein deutlich CO2-effizientes Portfolio zu besitzen, das ein durchschnittliches Alpha von 4,5 Prozentpunkten pro Jahr erzielte. In der CDS-basierten Strategie ergab die Analyse, dass mit der Beschränkung von Emittenten mit hohem CO2-Ausstoß, keine signifikanten Einbußen des Alpha-Potenzials einhergingen. Der Autor schlussfolgert, dass ein relativ einfaches Scoringmodell bereits erhebliches CO2-Reduktionspotenzial für Credit-Portfolios ergibt.


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