02.09.2014 | Research

Liquiditätsmuster von Hedgefonds signalisieren künftige Marktentwicklungen

Eine bedeutende Renditequelle von Hedgefonds ist die Bereitstellung von Liquidität auf verschiedenen Asset-Märkten, womit jedoch auch Illiquiditätsrisiken verbunden sind. Hedgefonds begegnen diesem Risiko durch die Einführung von Investment-Restriktionen für die eigenen Anleger, um größere Mittelabflüsse über kurze Zeiträume zu vermeiden. Basierend auf der bestehenden Erkenntnis, dass die illiquidesten Assets Renditen mit der höchsten Persistenz generieren, kann der Illiquiditätsgrad eines Hedgefonds zu jedem Zeitpunkt anhand der Autokorrelation der Renditen bestimmt werden. Diese Maßzahl nutzen Mathias Kruttli und Tarun Ramadorai von der Oxford University und Andrew Patton von der Duke University, um den Einfluss der Hedgefonds auf verschiedene Aktien-, Anleihen- und Währungsportfolios zu bestimmen. Insgesamt werden von den Autoren monatliche Daten von rund 30.000 Hedgefonds verwendet, die über den Zeitraum von 1994 - 2011 reichen.


Quelle: Kruttli, Patton, Ramadorai, 2013

Im Vergleich mit anderen Variablen, die für die Prognose der Renditeentwicklung genutzt werden, bei Aktien etwa die Dividendenrendite oder der VIX, ist das Illiquiditätsmaß der Hedgefonds deutlich geeigneter für die Prognose zukünftiger Renditen. In allen 21 untersuchten Aktienmärkten ist der Indikator bei einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 5 % signifikant. Bei den Anleihen ist er es immerhin in 31 von 42 untersuchten Portfolios, bei Währungen in sechs von neun Märkten. Damit ist die Vorhersagekraft deutlich höher als die praktisch sämtlicher anderer untersuchter Indikatoren. In diesem Zusammenhang sollte allerdings berücksichtigt werden, dass die Bestimmtheitsmaße mit Werten von 2 - 4,5 % äußerst gering ausfallen. Bei einer anschließend durchgeführten Out-of-Sample-Schätzung nimmt die Signifikanz des Hedgefonds-Indikators tendenziell über alle untersuchten Märkte ab, ist jedoch den Vergleichsvariablen nach wie vor deutlich überlegen.  


Quelle: Kruttli, Patton, Ramadorai, 2013

Im Anschluss erweitern die Autoren ihre Arbeit durch ein theoretisches Modell, um die empirischen Ergebnisse zu untermauern. Abschließend werden verschiedene Robustheitsprüfungen durchgeführt.

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