27.06.2016 | Märkte

Liquidität von Hedgefonds-Strategien in Krisenphasen wird überschätzt

Die Informations- und Portfolioanalyseplattform Novus hat in einer Marktanalyse die Liquidität von Hedgefondsportfolios untersucht. Wird nur das Umschlagsvolumen an der New York Stock Exchange betrachtet, zeigt sich demnach seit 2013 ein Anstieg des Handelsvolumens sowie der Anzahl der Trades – auch wenn dieses Niveau noch deutlich unter dem Level vor der Finanzkrise liegt. Dies allein stellt allerdings kein gutes Beurteilungskriterium für die Liquidität dar, wenn große Gruppen von Investoren gleichzeitig versuchen, ihre Exposures zu verringern. Als Maß für die Liquidität wird der Anteil des Portfolios herangezogen, der binnen eines Monats ohne negative Auswirkungen auf den Preis abgestoßen werden kann.


Quelle: NYSE

Im Mittel ist jeder Hedgefonds in der Lage, in dieser Frist 92 % seines Aktienportfolios zu liquidieren. Dabei wird Herdenverhalten allerdings nicht berücksichtigt. Werden die Equityexposures aller Hedgefonds aggregiert und damit ein gleichgerichtetes und gleichzeitiges Reagieren aller Manager in einem Risk-off-Umfeld simuliert, beträgt diese Quote nur noch 25 %. Dies entspricht einem Rückgang von 50 % seit 2009. Grund hierfür ist Crowding in bekannten Hedgefondsstrategien. Dies hat mehrere Ursachen. Einerseits wächst die Industrie an sich, andererseits kommen die Analysten der Gesellschaften zu ähnlichen Ergebnissen und die Branche beeinflusst untereinander.


Quelle: Novus

Ein weiterer Grund ist der forcierte Erwerb weniger liquider Aktienwerte, da diese langfristig eine höhere Renditeerwartung aufweisen. Da Hedgefondsmanager Alpha vor allem in weniger liquiden Titeln erzielen können, dürfte das Liquiditätsrisiko in Zukunft eher zu- als abnehmen.

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