09.01.2020 | Märkte

Liquidität offener Investmentfonds als Systemrisiko

Die Bank of England (BoE) setzt sich in ihrem Stabilitätsbericht aus Dezember 2019 mit den Liquiditätsrisiken offener Investmentfonds auseinander. Durch die Inkongruenz zwischen den Rückgabemodalitäten der Fondsanteile und der Liqudität der zugrundeliegenden Vermögenswerte besteht nach Ansicht der Zentralbank das Potenzial systemischer Risiken. In Stressphasen könnten Assets unter Umständen nicht schnell genug verkauft werden, um die Redemption-Zeiträume der Anteile einzuhalten, ohne große Preiseffekte im Markt auszulösen oder erhebliche Preisabschläge hinnehmen zu müssen. Dies birgt die Gefahr, dass nicht alle Anleger dieselben Preise für ihre Anteile erhalten. Insbesondere wenn die Marktvolatilität hoch ist, nehmen die Mittelabflüsse aus Publikumsfonds zu. Dieser Feedback-Loop läuft Gefahr das Sinken von Marktpreisen zu beschleunigen. Die Autoren schlagen daher vor, den erwarteten Preisabschlag bei einem schnellen Verkauf bzw. die angemessene Dauer für einen Verkauf ohne Preisabschlag im Rahmen der Fondsliqudität zu berücksichtigen. Investoren, die Anteile zurückgeben, sollten einen indikativen Rücknahmepreis erhalten, der diese Kosten widerspiegelt.


Quelle: Bank of England

Die SEC, die Finanzmarktaufsicht in den USA, ist bereits teilweise dazu übergegangen die Liquidität von Anlagefonds in dieser Form zu messen. So sind US-Fonds dazu gezwungen ihre Anlagegegenstände auf Basis der Länge der nötigen Verkaufsperiode und dem zu erwartenden Preisabschlag vorgegebenen Kategorien zuordnen. Die Bank of England sieht in einem solchen Vorgehen weitreichende Vorteile für die Finanzstabilität und die Transparenz auf Anlegerseite.


Quelle: Bank of England

Gleichzeitig könnte die Fähigkeit von Publikumsfonds, stärker in illiquide Assets zu investieren, erhöht und  zusätzliches Kapital für die Realwirtschaft bereit gestellt werden. Die Zentralbank plant im ersten Quartal 2020 eine mögliche Anpassung zu prüfen. Allerdings halten die Autoren fest, dass eine Überarbeitung der Praktiken im Einklang mit anderen Fondsdomizilen stattfinden sollte.


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