24.11.2014 | Research

Liability-Driven Investing bei unterkapitalisierten Portfolios

In einem Forschungspapier der Santa Clara University wenden die Autoren Sanjiv Das, Seoyoung Kim und Meir Statman ein auf dem Expected Shortfall basierendes Liability-Driven-Investment-Rahmenwerk auf ein unterkapitalisiertes Portfolio an und zeigen die Vorzüge gegenüber einem Rebalancing der Assets mit konstanten Gewichtungen auf. Für verschiedene Zeithorizonte und unterschiedliche Maximalverlusttoleranzen wird zu Beginn jeder Investmentperiode die ideale Portfolioallokation über ein Optimierungsverfahren ermittelt und die Aufteilung der Assets über riskante und risikofreie Anlagen daran ausgerichtet. Wenig überraschend zeigt sich, dass der optimale Anteil des risikoreichen Assets mit der Höhe des akzeptierten Maximalverlustes ansteigt. Gleiches gilt, wenn der Investmenthorizont kürzer ist bzw. der Portfoliowert näher an dem Zielwert liegt, welcher erreicht werden soll. Grundsätzlich erweist sich das von den Autoren untersuchte LDI-ES-Verfahren als besser, als ein auf konstanten Quoten basierendes Rebalancing. Lediglich bei sehr strikter Verlustbegrenzung ist das Standardverfahren geeigneter. Ist der Ausgangswert des Portfolios zu gering oder sind die Maximalverlusttoleranzen zu strikt, ergibt sich kein optimaler Anteil des risikoreichen Assets im Intervall zwischen null und eins.


Quelle: Das, Kim, Statman (2014)

Für derart unterkapitalisierte Portfolios gibt es vier Möglichkeiten, dieses Problem zu beheben. Erstens kann Kapital nachgeschossen, zweitens der Investmenthorizont erweitert werden. Weiterhin kann die Verlusttoleranz erhöht oder als vierte Variante ein geringerer Portfolioendwert akzeptiert werden. Angesichts der Schiefe der Renditeverteilung, also der Höhe der Ausreisser auf der negativen Seite, kann Ersteres schnell zu sehr hohen Nachschusspflichten führen. Die drei anderen Verfahren dagegen erweisen sich hier als überlegen, so dass es sinnvoller ist, den Investmenthorizont bzw. die Verlusttoleranz zu erhöhen oder einen niedrigeren Portfolioendwert zu akzeptieren, statt durch das Nachschießen von Kapital am ursprünglichen Ziel festzuhalten.

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