Liability-Driven Investing bei Pensionsfonds zunehmend verbreitet
Liability-Driven Investing (LDI), eine Strategie, die die Gesamtinvestments von Pensionsfonds auf zwei separate Portfolios mit unterschiedlichen Zielsetzungen aufteilt, wird von der Branche zunehmend berücksichtigt und implementiert. Auf der einen Seite steht das Liability Hedging Portfolio (LHP), über welches die Verbindlichkeiten sprich Pensionsverpflichtungen abgesichert werden. Auf der anderen Seite wird das Performance Seeking Portfolio (PSP) verwaltet, über das Risikoprämien vereinnahmt werden sollen. Das Edehc-Risk Institute untersucht in einer Umfrage unter 104 Pensionsfonds, die überwiegende Mehrheit davon aus Europa, wie diese ihre Portfolios strukturieren und Risiken managen.
Quelle: Edhec-Risk Institute
Mit dem LDI-Ansatz beschäftigen sich mittlerweile 80 % der Befragten. Ein Umstand, der zeigt, dass zunehmend Konzepte der Portfoliotheorie Eingang in die Praxis finden, schreiben die Autoren. Rund die Hälfte der Pensionsfonds setzt die Separierung ihrer Assets in die zwei getrennten Portfolios bereits um, insbesondere in Großbritannien und Dänemark ist der Ansatz verbreitet. Grund hierfür ist im Wesentlichen eine Vereinfachung der Portfoliostrukturierung, da je Portfolio nur ein Ziel im Fokus steht. Dynamisches LDI, welches bedingt durch sich ändernde Risikoparameter regelmäßiges Rebalancing der Portfolios vorsieht, wird bislang von 38 % der Umfrageteilnehmer angewandt. Gerade in Nordeuropa steigt die Verbreitung.
Quelle: Edhec-Risk Institute
Auffällig ist, dass zwar 80 % der Befragten ihre Verbindlichkeitsrisiken bewerten, aber über die Hälfte diese nicht absichert. Auch das Zinsrisiko, welches im LHP dominiert, wird von 60 % nicht über eine Angleichung der Anleihendurationen an das Verbindlichkeitsprofil entschärft. Auf steigendes Interesse dagegen stößt eine Portfoliokonstruktion nach Risikogewichten.