Leitzinsen beeinflussen Korrelation auf den Rohstoffmärkten
Ein aktuelles Forschungspapier der amerikanischen Federal Reserve Bank untersucht den Zusammenhang zwischen Zinsniveau und den in den vergangenen zehn Jahren gestiegenen Rohstoffpreisen. Neu ist der ökonometrische Ansatz, der das Trennen von systemischen und idiosynkratischen Schocks auf Preisniveau und -volatilität erlaubt. Die Autoren Joseph W. Gruber und Robert J. Vigfusson analysieren so die Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten seit 1992.
Quelle: Gruber, Vigfusson (2012)
Empirisch zeigen sie, dass bei steigenden Leitzinsen, die durchschnittliche Korrelation zwischen zwei Rohstoffklassen abnimmt. Sinkende Leitzinsen können demnach für die steigenden Korrelationen verantwortlich gemacht werden. Gleichzeitig sinkt bei fallenden Leitzinsen auch die Volatilität der Rohstoffpreise, schreiben die Autoren. Darüber hinaus lassen die Ergebnisse darauf schließen, dass systemische Schocks, die alle Marktsegmente gleichermaßen betreffen, für den Großteil der Rohstoffe langlebiger sind, als idiosynkratische Schocks in einzelnen Rohstoffen. Neben rein fundamentalen Marktentwicklungen können also auch Leitzinsen einen Teil der Preisbewegungen auf dem Rohstoffmarkt erklären.