Leitfaden zur Umsetzung von Faktorstrategien
FTSE Russell hat in einem Leitfaden die Eigenschaften verschiedener Faktorstrategien in institutionellen Portfolios untersucht, die Anwendungen dargestellt und Hinweise zur Implementierung gegeben. Faktoren können in Bezug auf ihre Sensitivität zum Konjunkturzyklus in die Kategorien Defensiv und Zyklisch unterteilt werden. Während Low Vola und Quality eher defensive Eigenschaften haben, reagieren Value, Momentum und Size deutlich zyklischer. Dementsprechend verhalten sich auch Multi-Faktor-Ansätze unterschiedlich konjunktursensibel – je nachdem, welche Einzelfaktoren in welcher Gewichtung darin enthalten sind.
Quelle: FTSE Russell
Strategisch werden meist Multi-Faktor-Strategien zur Steigerung der risikoadjustierten Performance und Vermeidung der Volatilität einzelner Faktoren verwendet. Bei taktischen Investments wird die zyklische Natur der Faktoren durch dynamische Allokationen genutzt, während im Risikomanagement die Analyse nach Faktoren zum besseren Verständnis der Portfoliorisiken dient. Auch die Managerleistung kann unter Verwendung einer angepassten Faktor-Benchmark besser evaluiert werden.
Die Zielsetzung muss für Faktor-Investments klar definiert sein, sei es Performance-Steigerung oder Downside Protection. Darauf basiert auch die Auswahl der geeigneten Faktoren. Für die Implementierung gilt es dann, bei der Umsetzung des gewünschten Faktor-Exposures die Diversifikation des Portfolios im Auge zu behalten und den Turnover zu begrenzen. In diesem Zusammenhang spielen auch Faktor-Stabilität und Kapazitätsgrenzen eine Rolle. Für Multi-Faktor-Ansätze muss zudem zwischen Top Down (Kombination einzelner Faktorportolios) und Bottom Up (integrierte Multi-Faktor-Allokation) unterschieden werden, wobei die Autoren letztere Methode vorziehen. Nachhaltig orientierte Anleger müssen die Interaktionen von Faktoren und ESG-Erwägungen berücksichtigen. 
Quelle: FTSE Russell
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