Lego – Mit Investments spielt man nicht?
Lego ist nicht nur ein Dauerbrenner für Kinder (und große Kinder) unterm Weihnachtsbaum, sondern kann auch ein lukratives Investment mit positiven Diversifikationseigenschaften für institutionelle Investoren sein, lautet das Fazit eines Researchpapers von Victoria Dobrynskaya und Julia Kishilova von der Higher School of Economics in Moskau. Der Sekundärmarkt für Lego ist groß und durchaus liquide, jeden Tag werden zehntausende Sets über Plattformen wie Ebay oder spezialisiertere Marktplätze wie Brickpicker oder BrickLink gehandelt. Im Untersuchungszeitraum 1987 bis 2015 lag die Rendite von Lego-Sets bei 11 % p.a. und damit oberhalb klassischer Asset-Klassen wie US-Aktien oder -Bonds. Die Streuung über die verschiedenen Sets ist allerdings erheblich und reicht von -50 bis +600 %. Tendenziell sind kleine und große Sets profitabler als mittelgroße. Auch bei den Themen zeigen sich Unterschiede: Die Seasonal, Architecture sowie Film-basierte Serien generieren höhere Renditen. Zeitlich steigen die Renditen zum Ende der Sample-Periode hin an, was mit der größeren Markttiefe durch die Entwicklung der verschiedenen Handelsplattformen zusammenhängt.

Quelle: Dobrynskaya, Kishilova, 2018
Es überrascht nicht, dass Lego keine nennenswerten Exposures zu Risikofaktoren wie Market, Value, Momentum oder Volatility aufweist: Den Erfahrungen dieser Redaktion nach handelt es sich bei Lego schließlich um Sachwerte – wenn sie groß genug werden, kann man sogar von Immobilien sprechen. Der einzige Fama-French-Faktor, zu dem ein positives Exposure besteht, ist Size. Angesichts der Größe der meisten Legosteine ist auch diese Erkenntnis für die Redaktion nicht unerwartet. Bestätigt wird dies, wenn man im Dunkeln einen der Steine übersieht und hineintritt: klein und gemein! Die Autorinnen heben hervor, dass durch das positive Multifaktor-Alpha von 4 bis 5 %, die Sharpe Ratio von 0,4 und die positive Schiefe der Renditeverteilung Lego ein attraktives alternatives Asset mit gutem Diversifikationspotenzial darstellt. Vor dem Hintergrund, dass Lego in den 1990er und 2000er Jahren Absatzsteigerungen verzeichnet hat, wohingegen andere Spielzeughersteller Umsatzeinbußen erfuhren, erwarten die Autorinnen gewisse Safe-Haven-Eigenschaften von Lego-Investments.

Quelle: Dobrynskaya, Kishilova, 2018
Ob Brick-Picking tatsächlich das Stock-Picking ersetzt? Man darf gespannt sein. Wir wünschen unseren Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2020.