27.01.2009 | Research

Leerverkaufsverbote stoppen Kursverluste nicht

Ein aktuelles Arbeitspapier von Prof. Ian Marsh von der Cass Business School untersucht den Einfluss der Ende 2008 in einigen Staaten eingeführten Verbote von Leerverkäufen auf die Aktienmärkte. Ziele der verschiedenen Aufsichtsbehörden waren in erster Linie eine Reduktion der Marktvolatilität, die Verhinderung großer Verluste einzelner (Finanz-)Titel, sowie die Unterbindung von Marktmanipulationen. Die Studie kommt er zu dem Ergebnis, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen den Aktienrenditen und dem Leerverkaufsverboten festzustellen ist.

Unter Berücksichtigung vorangehender Literatur untersucht der Autor für den Zeitraum Januar 2008 bis Oktober 2008 Standardmomente und Autokorrelationen der Renditeverteilungen von Aktien aus den USA, Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland, sowie die Korrelationen zum Marktindex. Für Aktien, die dem Leerverkaufsverbot unterlagen, sollte sich eine größere Schiefe (Skewness), eine geringere Wölbung (Kurtosis) und positive Autokorrelationen zeigen. Prof. Marshs Ergebnisse ergeben keinen signifikanten Einfluss auf den Verlauf der Aktienrenditen.

Auch die Analyse der unterschiedlichen regionalen Ausgestaltung der Leerverkaufsverbote zeigte keinen systematischen Zusammenhang zwischen den Verboten und den Aktienrenditen. Bei der Preis-Effizienz konnte ebenfalls kein signifikanter Einfluß festgestellt werden. Eine abschliessende Regressionsanalyse zeigt, dass Veränderungen in den Werten auf andere Faktoren zurückzuführen sind. Ein direkter Einfluss durch das Leerverkaufsverbot ist nicht nachzuweisen.

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