Langfristige Preiszyklen auf dem Rohstoffmarkt
Eine Forschungsarbeit, die das National Bureau of Economic Research Mitte März veröffentlicht hat, untersucht die reale Preisentwicklung von 30 Rohstoffen seit 1850 und leitet daraus deutliche Muster ab. Der Autor David S. Jacks findet konsistente langfristige Preiszyklen, in denen die realen Preise teilweise über mehrere Jahrzehnte von ihren langfristigen Trends abweichen. Diese Super-Zyklen werden dabei von kurzfristigen Preisausschlägen verschärft, in denen in Zeiten starken Wirtschaftswachstums temporäre Nachfrageüberhänge bestehen.
Quelle: Jacks (2013)
Rund die Hälfte der betrachteten Rohstoffe befindet sich demnach auf dem Höhepunkt eines Super-Zyklus, der Ende der 1990er Jahre begann. Ein Großteil der Preissteigerungen seit 2000 ist auf die Rückkehr zum langfristigen Preistrend zurückzuführen, schreibt Jacks. Darüber hinaus besteht eine Zweiteilung der langfristigen Preisentwicklung zwischen nachwachsenden Rohstoffen und abbaubaren wie Öl oder Kohle. Während letztere einen steigenden realen Preistrend aufweisen, sinkt der Preis von nachwachsenden Rohstoffen, wie beispielsweise Getreide oder Lebendvieh.
Quelle: Jacks (2013)
Die realen Preise aller Energierohstoffe steigen demnach seit 1900, ebenso Edelmetalle und Stahl. Am anderen Ende des Spektrums stehen Agrarrohstoffe und Getreide, deren reale Preisentwicklung deutlich nach unten zeigt. Ein gemischtes Bild geben Metalle ab, Kupfer und Kali zeigen einen Aufwärtstrend seit 1950, Blei und Nickel entwickeln sich seit 1975 ohne erkennbare Richtung.