Langfristige Performance von Schwellenländer-Aktien
Die Credit Suisse vergleicht in ihrem Jahrbuch 2014 die langfristige Performance von Aktien aus Schwellen- und Industrieländern. Die Autoren Elroy Dimson, Paul Marsh und Mike Staunton von der London Business School haben Daten der Bank für die globalen Aktienmärkte seit 1900 untersucht. Die Analyse der vergangenen Jahrzehnte zeigt, dass die Aktienrisikoprämien (ERP) in Schwellenländern niedriger sind als angenommen. Über den Gesamtzeitraum kommen Schwellenländer auf einen Wert von 3,4 % pro Jahr. Die entwickelten Märkte zeigen eine jährliche Prämie von 4,3 %. Die Underperformance ist jedoch vor allem auf die Zeit vor 1950 zurückzuführen, stellen die Autoren fest. Seitdem lieferten Schwellenländer höhere Renditen als entwickelte Staaten.
Quelle: Credit Suisse
Dabei stellen die Autoren klar, dass die Outperformance in erster Linie auf das höhere eingegangene Risiko zurückzuführen ist und nicht etwa auf das größere Wachstumspotenzial. Entgegen der intuitiven Annahme zeigt sich im Zeitablauf nur eine geringe Korrelation zwischen BIP-Wachstumsraten und Aktienmarktperformance. Stattdessen neigt die Einstellung internationaler Investoren zu Schwellenländern vor allem kurzfristig zu starken Schwankungen, wenn pessimistische Ansichten überwiegen. In der langfristigen Betrachtung zeigt sich jedoch ein sehr viel ausgeglicheneres Bild. Beispielsweise bieten Schwellenländer aus Sicht eines globalen Investors nach wie vor wichtige Diversifikationseigenschaften verglichen mit reinen Industriestaaten-Investments.
Quelle: Credit Suisse
Schließlich zeigt die Analyse, dass risikofaktorbasierte Strategien auch in Schwellenländern umgesetzt werden können. So werden Size-, Value- und Momentum-Effekte von den Autoren nachgewiesen. Am stärksten ist demnach der Value-Effekt. Size und Momentum sind schwächer ausgeprägt als in Industrieländern.
Darüberhinaus untersucht die Publikation auch detailliert den langfristigen Zusammenhang von Wachstum und Aktienmarktperformance sowie Behavioral Finance Aspekte in der langfristigen Asset-Allokation.